Der Seveler Verkehr wird beruhigt

Ursprünglich waren in Sevelen sechs Tempo-30-Zonen geplant. Die Kosten der Umsetzung hätten das Budget gesprengt. Aus diesem Grund werden unter anderem Verengungen errichtet. Auch an der Bergstrasse ist eine geplant.

Alexandra Gächter
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Auf diesem Abschnitt der Bergstrasse soll die Verengung errichtet werden. (Bild: Alexandra Gächter)

Auf diesem Abschnitt der Bergstrasse soll die Verengung errichtet werden. (Bild: Alexandra Gächter)

SEVELEN. An diversen Strassen in Sevelen wird zu schnell gefahren. Das wurde mittels Geschwindigkeitsmessungen festgestellt. «Das Empfinden der Bürger ist in diesem Punkt jedoch sehr unterschiedlich. Es gibt Anwohner, welche 45 km/h bei erlaubten 50 km/h bereits als zu schnell empfinden. Familien mit Kindern reagieren hierbei in der Regel sensibler auf zügige Autofahrer», sagt Michael Ackermann, Leiter der Abteilung Bau und Infrastruktur. Auch an der Grib-, Büel- und Grüelstrasse, an der Hostetgasse sowie an der Gärtli-, Industrie- und Alvierstrasse ist respektive war der Verkehr zu «unruhig», wie es heisst.

30-Tafel: 48 km/h wird gefahren

Aus diesem Grund hatte die Gemeinde Sevelen ursprünglich sechs Tempo-30-Zonen geplant. Doch: «Wird in einem Innerortsbereich mit 50 generell nur eine Tempo-30-Tafel ohne bauliche Massnahmen aufgestellt, reduziert sich die Geschwindigkeit der Autofahrer in der Regel nur marginal, das heisst nur um rund 2 km/h», sagt Georg Gübeli, Leiter Abteilung Verkehrstechnik der Kantonspolizei. Um das Ziel der Geschwindigkeitsreduktion zu erreichen, ist die signalisierte Geschwindigkeit mit baulichen Massnahmen zu unterstützen, wie zum Beispiel mit seitlichen Verengungen oder wechselseitig angeordneten Parkfeldern.

Die Geschwindigkeit der Autofahrer hänge massgeblich vom Erscheinungsbild der Strasse ab. Auf schmalen, unübersichtlichen Strassen ohne Trottoir, bei denen die Häuser nah an der Strasse gebaut sind, werde langsamer gefahren, als auf breiten, übersichtlichen Strassenabschnitten. Mit einer Tempo-30-Zone werde die Situation verändert, was sich positiv auf die Verkehrssicherheit auswirke. Die Kosten dafür sind sehr unterschiedlich und hängen von der Ausgangssituation mit den bestehenden Sicherheitsdefiziten ab, sagt Gübeli.

Tempo-30-Zone zu teuer

In Sevelen hätte die Umsetzung der Tempo-30-Zonen diverse bauliche Strassenanpassungen zur Folge gehabt, welche das Budget von 200 000 Franken gesprengt hätten, sagt Michael Ackermann. Darum werden anstatt der Tempo-30-Zonen sogenannte örtliche bauliche Beruhigungen durchgeführt. An der Gärtli-, Industrie- und Alvierstrasse wurden diese in Form von Parkfeldmarkierungen, an der Hostetgasse in Form von Pflastersteinbelagsflächen durchgeführt. Die angedachten Beruhigungsmassnahmen in der Büel- und Grüelstrasse werden situativ nochmals optimiert.

Nur noch 3,5 Meter schmal

Dieses Jahr werden in Sevelen die Beruhigungsmassnahmen der Grib- und Bergstrasse in erster Priorität umgesetzt. Für letztgenannte Strasse ist der Teilstrassenplan bis am 22. Januar bei der Gemeinde aufgelegt. «Der Stand von heute ist, dass es an der Bergstrasse eine einseitige Verengung (siehe Bild rechts) gibt. Somit wird die etwa 5,8 Meter breite Strasse punktuell an dieser Stelle nur noch 3,5 Meter schmal sein. Dies wird in Form eines provisorischen, so genannten Traficblocks geschehen. «Dieser Traficblock kostet ungefähr 2700 Franken. Weil es sich dabei um ein Provisorium handelt, kann er nach seinem Einsatz an der Bergstrasse andernorts wieder verwendet werden», so Ackermann. Ein weiterer Vorteil des Provisoriums sei, dass der Strassenbelag nicht aufgebrochen werden muss.

Nach etwa ein bis zwei Jahren könne die Gemeinde mittels Geschwindigkeitsmessungen und Befragungen der Anwohner eruieren, ob sich der Traficblock in der Praxis bewährt hat. Ist dies der Fall, werde die Verengung ästhetisch ausgebaut, eventuell mittels Gartenbeeten und Bäumchen. Wie der Endausbau aussieht, sei noch offen, so Ackermann.

Georg Gübeli, Leiter der Verkehrstechnik, sagt dazu: «Je natürlicher die Gestaltung der seitlichen Verengung ausgeführt wird, desto eher wird sie akzeptiert und desto eher wird die Geschwindigkeit angepasst.»

Ungefähr so wird die geplante Verengung aussehen. (Bild: pd)

Ungefähr so wird die geplante Verengung aussehen. (Bild: pd)