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Der Meteorologe, der sich über Föhnstürme freut

Jürg Zogg, dessen Stimme und Dialekt vielen aus dem Wetterbericht im Radio bekannt ist, referierte am Donnerstag im Seveler Gemeindesaal.
Corinne Hanselmann
Wettermann Jürg Zogg referierte in Sevelen über «Wetter und Prognosen fürs Werdenberg». (Bild: Corinne Hanselmann)

Wettermann Jürg Zogg referierte in Sevelen über «Wetter und Prognosen fürs Werdenberg». (Bild: Corinne Hanselmann)

Schon als kleiner Bub habe ihn das Wetter fasziniert, erzählte Jürg Zogg, Meteorologe im Team des Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Mit ersten Aufzeichnungen von Temperaturen habe er schon in der Primarschulzeit angefangen. Auch wenn sein Dialekt – der vielen aus dem Wetterbericht auf Radio SRF1 und SRF3 bekannt ist – vermuten lässt er sei ein waschechter Werdenberger, stimmt das nicht ganz. Aufgewachsen ist Zogg in Wil. Seine Eltern stammen aus Oberschan und so lernte er als Kind den Wartauer Dialekt. Bis heute sei er aber gelegentlich im Werdenberg unterwegs. «Und wenn ein gehöriger Föhnsturm geht, macht mir das richtig Freude.» Zudem besitzt er einen kleinen Wingert unterhalb der Burgruine Wartau.

Zogg studierte Geographie mit Vertiefung Klimatologie und Atmosphärenphysik. Seit zwölf Jahren gehört er zum SRF-Meteo-Team. Über «Wetter und Prognosen fürs Werdenberg» referierte er am Donnerstag beim Anlass von Sevelen aktiv 60plus. Der Meteorologe ging auf Besonderheiten am Wetter in dieser Region ein. Er erklärte den Einfluss vom Föhn und zeigte mit Zahlenvergleichen auf, dass die Jahresmitteltemperatur hier 0,5 Grad höher liegt als in Luzern.

Auch früher gab es heisse und kalte Jahre

Das Wetter interessierte die Menschheit schon immer, was die jahrhundertealten Notizen beweisen, die Zogg zeigte. So war das Jahr 1540 beispielsweise sehr heiss und trocken: «Gras, Obst und Trauben verdorrten, Vieh ging ein, Hungersnot.» 1628 war kalt: «Etliche Tag mer dem Winter als dem Sommer gleich gewesen», schrieb das Kloster Fischingen. Im Juni schneite es in St. Gallen und am 8. September schrieb der Stadtschreiber: «Geregnet und geschneyt, war so kalt, dz es Ysszapfen gegeben.» Im Januar 1709 nahm man das Vieh in die Stuben, um es vor dem Erfrierungstod zu retten, es war rund –30 Grad kalt.

Einige möchten Zogg in eine Sprachschule schicken

1878 gab es erstmals einen Wetterbericht in der Zeitung. Heute sind die Möglichkeiten für Prognosen natürlich massiv umfangreicher als damals. «Und trotzdem liegen wir manchmal daneben», so Zogg. Das liege in der Natur dieser Wissenschaft. Minime Abweichungen beim Ist-Zustand machen bei den Berechnungen extrem viel aus. «Und je weiter man vorausschaut, desto ungenauer wirds. Prognosen, die weiter als zehn Tage weit gehen, kann man vergessen», so Zogg.

Er erzählte auch von seinem Alltag im Wetterstudio. Je nach Schicht beginnt er bereits morgens um 3 Uhr mit der Sichtung der verschiedenen Wetterkarten. Um 5.30 Uhr ist er dann das erste Mal auf dem Sender zu hören.

Oft erhält das Meteo-Team Rückmeldungen vom Publikum, etwa wenn die Prognose falsch war. Zogg las einige amüsante Sätze daraus vor und brachte das Publikum zum Lachen. Er bekommt auch regelmässig Kommentare zu seinem Dialekt zu hören. Die einen finden ihn sympathisch, die anderen würden den Wettermann am liebsten in einen Sprachkurs schicken, wenn er wieder einmal von einem «Sprutz Räge» spricht.

Erster Wetterbericht in der «Neuen Zürcher Zeitung» am 2. Juni 1878: «Fortdauer der unbeständigen Witterung.» (Bild: Archiv NZZ)

Erster Wetterbericht in der «Neuen Zürcher Zeitung» am 2. Juni 1878: «Fortdauer der unbeständigen Witterung.» (Bild: Archiv NZZ)

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