Der Imageschaden ist gross

In diesem Sommer konnten Wandergäste keine gemeinsame Sommersaison- und Wanderkarte für die beiden Gebiete der Toggenburg Bergbahnen AG und Bergbahnen Wildhaus AG mehr kaufen. Damit begann ein zäher Tarifstreit.

Katharina Rutz
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Tarifstreit entzweit das Obertoggenburger Skigebiet (links das Oberdorf Wildhaus, rechts die Bergstation Iltios). (Bilder: Ralph Ribi)

Tarifstreit entzweit das Obertoggenburger Skigebiet (links das Oberdorf Wildhaus, rechts die Bergstation Iltios). (Bilder: Ralph Ribi)

UNTERWASSER. Seit Jahren wurde von Touristikern im oberen Toggenburg um eine Entschärfung des Nadelöhrs Iltios gefleht und ein sogenannter «Leuchtturm» herbeigesehnt.

Und nun wird beides Wirklichkeit: Ein touristischer Leuchtturm entsteht mit dem neuen Gipfelgebäude aus der Feder von Herzog & de Meuron auf dem Chäserrugg. Mit dem Sieben-Millionen-Projekt präsentierte Mélanie Eppenberger, Verwaltungsratspräsidentin der Toggenburg Bergbahnen AG, endlich ihre lange angekündigte Vision.

Nadelöhr Iltios bald Geschichte

Auf diesen ersten Streich folgte bald der zweite: Eine Gondelbahn vom Espel auf den Chäserrugg soll das Nadelöhr Iltios bereits in der kommenden Wintersaison entschärfen und die Gäste besser im Skigebiet Unterwasser verteilen. Das Budget für die Bahn, welche 2500 Personen pro Stunde befördern kann, beläuft sich auf rund 20 Millionen Franken. Herzog & de Meuron sind, nebenbei bemerkt, auch bei diesem Bau die Architekten. Jetzt wird alles gut, hoffte man für das Toggenburg. Doch für ihre grossen Investitionen in die Achse Unterwasser will nun der Verwaltungsrat der Toggenburg Bergbahnen AG auch ein entsprechendes Stück vom Kuchen zurück.

Zu Beginn der Sommersaison wurde bekannt, dass die TBB die gemeinsamen Sommersaison- und Wanderkarten aus dem Angebot gekippt haben. Damit begannen zähe und diffizile Verhandlungen um die Verteilung der Gelder aus dem Pool des Tarifverbundes Bergbahnen Toggenburg. Dieser Tarifverbund betreut und überwacht die Verteilung der Einnahmen. Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus gesteht zwar der Toggenburg Bergbahnen AG bis zu einer halben Million Franken mehr aus diesem Pool zu. Aber laut Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus, verlange Mélanie Eppenberger einen hohen sechsstelligen Betrag zusätzlich. Diese Forderung bezeichnet Jack Rhyner als «ruinös».

Erfolglose Gespräche

Beide Seiten machen indessen Angebote, doch zu einer Lösung im Tarifstreit gelangt man nicht. Beide Parteien zeigen sich gegenüber der Öffentlichkeit immer wieder interessiert an Gesprächen. Im September schaltete sich gar Regierungspräsident Benedikt Würth in die Gespräche ein. Bisher hatte aber auch er keinen Erfolg. Eine auf den 17. Oktober angekündigte Informationsveranstaltung musste wieder abgesagt werden, weil die Verhandlungen noch andauern würden.

Der Tarifstreit nimmt dem neugewonnenen Leuchtturm einiges an Strahlkraft. Die Zukunft wird zeigen, wie gross der Imageschaden tatsächlich sein wird.

Skigebiet Wildhaus Unterwasser Alt St. Johann. Bergstation Iltios mit Chäserrugg Bahn. (Bild: (Ralph Ribi))

Skigebiet Wildhaus Unterwasser Alt St. Johann. Bergstation Iltios mit Chäserrugg Bahn. (Bild: (Ralph Ribi))