Der grosse Bauboom ist vorbei

In den vergangenen zwei bis drei Jahren wurde in der Region Werdenberg sehr viel gebaut. Im 2015 werden die Auftragseingänge zurückgehen. Ausgehen wird die Arbeit aber nicht.

Alexandra Gächter
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Im Toggenburg ist die Bautätigkeit bereits im Jahr 2014 zurückgegangen. Im Bild die Baustelle Herzog-DeMeuron-Bau auf dem Chäserrugg. (Bild: Urs Bucher)

Im Toggenburg ist die Bautätigkeit bereits im Jahr 2014 zurückgegangen. Im Bild die Baustelle Herzog-DeMeuron-Bau auf dem Chäserrugg. (Bild: Urs Bucher)

REGION. Sie stehen: die neuen Einkaufs- und Hochhäuser der Buchser Bahnhofstrasse, die neuen Wohnquartiere in Gams und die neuen Ferienhäuser in Wildhaus. Während der Baustellenlärm im Sommer von fast jeder Ecke über die Strasse drang, ist es nun – wie immer im Winter – ruhiger geworden. Doch auch im Sommer 2015 könnte es, verglichen mit den Vorjahren, ruhiger werden.

«Der grosse Bauboom ist in der Region Werdenberg vorbei», sagt Ralph Gantenbein, Präsident der Sektion Sargans-Werdenberg des Schweizer Baumeisterverbands. Die Anzahl der Wohnungsbauten in Buchs sei in den vergangenen zwei bis drei Jahren enorm gestiegen, nun gehe sie etwas zurück. Nach wie vor gäbe es aber Segmente, welche immer noch stark ausgelastet seien.

Baujahr 2014 ist schwächer

Das Obertoggenburg hat diese Entwicklung bereits im Jahr 2014 durchgemacht. «Nachdem dort in den vergangenen drei Jahren relativ viel gebaut wurde, ist das Baujahr 2014 bereits gewaltig schwächer gewesen», so Gantenbein.

Dies stehe in Verbindung mit der Zweitwohnungs-Initiative. Bestehende Objekte würden sich kaum erweitern oder besser ausnutzen lassen. «Selbst ein 60 m² grosses Dachgeschoss, das bis anhin nicht genutzt wurde, kann mit der heutigen Rechtslage nicht ausgebaut werden», sagt Gantenbein.

Unsicher, was das Recht betrifft

Weil es noch keine gültige Verordnung gäbe, herrsche bei den Grundstückbesitzern eine gewisse Rechtsunsicherheit. «Sobald man weiss, wie die Initiative umgesetzt werden muss, wird sich die Lage auf dem Baumarkt bessern. Das wird wohl mittelfristig der Fall sein. Da das Toggenburg nie so einen starken Baumarkt wie beispielsweise das Bündnerland hatte, werden die Auswirkungen hier auch nicht so stark wie im südlichen Nachbarkanton sein», sagt Ralph Gantenbein.

Bauunternehmen aus Graubünden suchen aus diesem Grund ihre Arbeit auf dem Rheintaler oder Werdenberger Markt. Auch Liechtensteiner Bauunternehmer drängen auf Schweizer Seite. • DIE DRITTE