Der Gemeinde Gams droht eine massive Auszonung

GAMS. An der Informationsveranstaltung «Behörden geben Auskunft» der Gemeinde Gams liess am Mittwochabend im Schulhaus Höfli ein Thema besonders aufhorchen: Die wahrscheinliche Auszonung von Bauland.

Alexandra Gächter
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GAMS. An der Informationsveranstaltung «Behörden geben Auskunft» der Gemeinde Gams liess am Mittwochabend im Schulhaus Höfli ein Thema besonders aufhorchen: Die wahrscheinliche Auszonung von Bauland.

Gams wird sich wehren

«Eigentlich haben wir ein Luxusproblem. Wir haben nämlich genügend eingezontes Bauland, wenn da nur diese Nebenwirkungen nicht wären», sagte Gemeindepräsident Fredy Schöb. Nur wurde im Jahr 2013 das neue Raumplanungsgesetz angenommen. Dieses will, dass sorgfältiger mit den vorhandenen Grünflächen umgegangen wird. Baulandreserven dürfen nur noch für maximal 15 Jahren gebildet werden. Für Gams werde das einschneidende Auswirkungen haben. «Wir haben nach Abzug der vom Kanton gewährten Toleranz immer noch 6 Hektaren zu viel Bauland», so Fredy Schöb. «Das Damoklesschwert der Auszonung schwingt über uns.»

Dabei muss gesagt werden, dass dies bis jetzt erst ein mögliches Szenario ist. «Die Gesetzgebung der Regierung muss erst noch geschrieben werden. Bis zur definitiven Umsetzung könnte es noch ein paar wenige Jahre dauern.» Die Gemeinde Gams werde die Zeit nicht tatenlos verstreichen lassen. «Selbstverständlich werden wir uns mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln wehren», sagt Schöb.

120 EFH-Parzellen zu viel

6 Hektare entspricht etwa der Grösse von 120 Einfamilienhausparzellen. So viel müsste Gams also nach Status quo auszonen. Es könne aber sein, dass Land, welches bereits erschlossen ist, von einer eventuellen Auszonung verschont bleibe.

In wieweit die Gemeinde auf die auszuzonenden Parzellen Einfluss nehmen kann, ist offen. «Die Leitschienen für das Vorgehen sind noch nicht festgelegt. Sicher werden wir laufend informieren, damit eventuelle Massnahmen von den Bauparzellenbesitzern noch eingeleitet werden können.»

Platz für 600 Personen mehr

So, wie es aussehe, werde in Gams bestimmt die nächsten 25 Jahre kein Bauland für Wohnraum mehr eingezont. Das habe direkte Auswirkungen auf das Wachstum der Gemeinde. Laut Kantonsvorgaben dürfe Gams in den nächsten 25 Jahren rund 0,3 Prozent jährlich wachsen – sei aber in den vergangenen 15 Jahren knapp ein Prozent pro Jahr gewachsen. «Das Siedlungsgebiet kann nicht nach aussen vergrössert werden, also muss Gams von innen heraus wachsen.» Der Gemeinderat habe darum zum Projekt Zentrumsentwicklung Gams Ja gesagt. «Wir möchten dieses Projekt Anfang 2015 lancieren. Eine erste grobe Schätzung hat ergeben, dass über die Jahre im Zentrum Wohnfläche für bis zu 600 Personen geschaffen werden könnte. Also Wachstum, ohne dass zusätzliches, wertvolles Kulturland benötigt wird.» Zusammen mit diesem Projekt soll dann auch die Frage «Wie weiter mit dem Rathaus?» definitiv beantwortet werden können.

An der Informationsveranstaltung sprachen auch die Vertreter der Schule, der Ortsgemeinde sowie der Katholischen und der Evangelischen Kirchgemeinde. • LOKAL 5