Der Forstberuf ist eine gute Grundlage

Für die Verantwortlichen der FOAG ist die Ausbildung eines Sportlers eine Herausforderung. Betriebsleiter Reto Hürlimann ist überzeugt, dass diese Lehrlinge gute Voraussetzungen mitbringen. Für die Ausbildung verantwortlich ist Ruedi Forrer.

Christiana Sutter
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Ausbildner und Betriebsleiter: Ruedi Forrer (links) und Reto Hürlimann.

Ausbildner und Betriebsleiter: Ruedi Forrer (links) und Reto Hürlimann.

In einem Interview sagte Kantonsoberförster August Ammann, dass sich ein Mangel an Fachkräften in der Forstwirtschaft abzeichnet. Wie sieht die Lage im Toggenburg aus?

Reto Hürlimann: Im Toggenburg können wir uns nicht beklagen. Ein Indikator ist für uns das Interesse von jungen Leuten. Wir haben immer wieder genügend Schnupperlehrlinge, welche sich für einen Forstberuf interessieren und auch eignen. Auch haben wir auf unsere Lehrstellen genügend Bewerbungen.

Ruedi Forrer: Auch mit der Vergrösserung des Betriebs zur Forstbetrieb Obertoggenburg AG vor sechs Jahren ist das Interesse gestiegen. Möglicherweise dadurch, weil die Schüler in die Oberstufe nach Nesslau gehen. Somit wissen mehr Jugendlichen, dass es hier Lehrstellen gibt.

Seit wann werden im Obertoggenburg Forstlehrlinge ausgebildet?

Forrer: 1974 war ich der zweite Lehrling bei der Ortsgemeinde Alt St. Johann. Demzufolge werden hier seit 1970 Lehrlinge ausgebildet.

Worauf ist das Interesse der Jugendlichen im Toggenburg für den Beruf des Forstwarts zurückzuführen?

Hürlimann: Die Attraktivität des Betriebs und die Vielseitigkeit des Berufsbildes. Forstwarte waren früher eher Dienstleister im Wald. Heute ist das Einsatzgebiet im Forstbetrieb ausgeweitet. Wir führen Bau- und Gartenarbeiten aus, Spezialfällungen, Waldpflege aber auch Informationsanlässe für Gruppen. Der Forstberuf ist auch eine gute Grundlage für eine weitere Ausbildung.

Wie werden die Lehrlinge betreut?

Forrer: Ich habe eine Zusatzausbildung als Lehrlingsbetreuer gemacht. Diese Ausbildung kam zu einem Zeitpunkt, als ich von der zweigeteilten Arbeit – im Sommer Forstwart und im Winter Skilehrer – wieder zu 100 Prozent in den Forstberuf zurückgekehrt bin.

Für die Lehrlinge ist es ein Glücksfall, dass Sie vom Skirennsport her kommen. Wie können Sie diese Lehrlinge unterstützen?

Forrer: Ich habe das Verständnis für die jungen Athleten. Wobei, zu meiner Zeit war der Trainingsaufwand noch nicht so ausgeprägt. Früher wurde der Sport während der Freizeit und in den Ferien ausgeübt. Heute kommt manden Lehrlingen für Trainings und Wettkämpfe sehr entgegen.

Die FOAG hat das Swiss Olympic Label eines leistungssportfreundlichen Lehrbetriebs. Bringt das Vorteile?

Hürlimann: Swiss Olympic gibt Hilfestellung, wie eine Lehre gestaltet werden soll. In einem Vertrag mit dem Auszubildenden werden dementsprechend auch gewisse Vereinbarungen geregelt. Vorteile in finanzieller Hinsicht hat man dadurch nicht. Man darf das Label für Werbezwecke auf Briefen oder weiteren Werbeflächen verwenden.

Diese Lehrlinge sind viel abwesend. Müssen sie Arbeitszeit nachholen?

Forrer: Nein. Für mich besteht die Herausforderung, die Ausbildungszeit gut zu nutzen. Da wir ein Kleinstbetrieb sind, sind wir oft nur drei Arbeiter. Ist der Lehrling weg, ist man alleine unterwegs. Dann besteht die Schwierigkeit der kurzfristigen Planung. Ich muss flexibel sein.

Worin besteht die Motivation für junge Menschen, den Beruf des Forstwarts zu erlernen?

Hürlimann: Es ist nicht nur in unserer Branche ein Rückgang vermelden. Das Interesse, einen Beruf zu erlernen, hat im allgemeinen abgenommen. Die Tendenz der jungen Leute ist es zu studieren und einen Hochschulabschluss zu erlangen. Die Handwerksberufe müssen vermehrt an die Öffentlichkeit gelangen.

Forrer: Es ist möglich, dass imZusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage in der Landwirtschaft mehr junge Leute für einen Forstberuf gewonnen werden können. Denn ein Kleinbauer könnte auch ein guter Forstwart sein. Somit hätte der Landwirt ein Zusatzeinkommen.