Der Drogenhändler blitzt ab

Mels/Lausanne Ein Drogendealer aus der Region ist schuldig, 2,8 Kilogramm Heroin besessen zu haben. Das hat das Bundesgericht entschieden. Damit bestätigt es eine vierjährige Haftstrafe der hiesigen Vorinstanzen.

Reinhold Meier
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Der Verurteilte bestreitet jede Beteiligung am Drogenhandel, obwohl die Indizien und Beweise erdrückend sind. Schon im Oktober 2013 übermittelte das österreichische Bundeskriminalamt der St. Galler Kantonspolizei umfassende Erkenntnisse zum grenzüberschreitenden Heroinhandel des Beschuldigten. Eine Hausdurchsuchung lässt die Ermittler rasch fündig werden. Auf dem Kleiderschrank finden sie 2,8 Kilogramm Heroin mit einem Reinheitsgrad von rund 40 Prozent.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Mann zuvor insgesamt drei Kilogramm der Substanz erworben und bereits gut 100 Gramm weiterverkauft hatte. Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilt ihn daher im Januar 2015 zu einer vierjährigen Haftstrafe. Zehn Monate später hebt das Kantonsgericht in St. Gallen das Urteil im Blick auf den Vorwurf des Drogenverkaufs zwar auf, doch es spricht den Mann zugleich erneut schuldig. Dies, weil er jene 2,8 Kilogramm Heroin gelagert und besessen hatte. Dafür verurteilt es ihn erneut zu genau vier Jahren Haft.

Eine DNA-Spur vom Aufräumen?

Der Dealer war also gleich weit wie zuvor. Darum rekurrierte er ans Bundesgericht. Im Wesentlichen, so rügte er, sei sein rechtliches Gehör und die Unschuldsvermutung verletzt worden. Auch sei der Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» missachtet worden. Beim Rekurs behauptete er zudem, die Drogen seien in Wahrheit von einem Kollegen auf den Kleiderschrank verbracht worden. Seine eigenen DNA-Spuren auf dem Corpus Delicti seien damit zu erklären, dass er seinerzeit beim Aufräumen wohl unwissentlich mit den ihm fremden Päckchen in Berührung gekommen sei. Die Tatsache, dass Heroinspuren unter seinen Fingernägeln gefunden wurden, sei kein Gegenbeweis. Diese stammten von einem zwei Tage früher erfolgten Handschlag mit dem besagten Kollegen, dem eigentlichen Dealer, erklärte er. Möglicherweise rührten sie aber auch von verunreinigten Banknoten, die durch seine Hände gingen, meinte er weiter.

Beide Argumente hatte er schon in St. Gallen vorgebracht. Vergeblich. Das Bundesgericht hält jetzt fest, dass die Vorinstanz guten Grund hatte, an diesen Voten zu zweifeln. Namentlich die Spuren unter den Fingernägeln seien nicht mit Banknoten und Handschlägen erklärbar.

Dies umso weniger, als er sich bis zur Untersuchung mehrfach die Hände gewaschen hatte, wie er selbst eingestand. Er argumentiere widersprüchlich und unglaubwürdig, so das Bundesgericht. Doch selbst wenn man bei den DNA- und Heroinspuren anders urteilen würde, so sei die Beweisführung doch als Ganze ausgewogen und nachvollziehbar, hiess es weiter. So schlügen etwa die Aussagen der anderen Beteiligten schwer belastend zu Buche. Auch die Untersuchung seines Mobiltelefons bestätige die Delikte.

Die Wucht der Beweise

Ferner sprächen die Erkenntnisse des österreichischen Bundeskriminalamtes eine deutliche Sprache. Hinzu kämen noch zwei saftige und einschlägige Vorstrafen wegen Drogenhandels in Serbien und Deutschland. In der Summe sei daher festzuhalten, dass das vorinstanzliche Urteil in keinerlei Hinsicht zu beanstanden sei. Der Mann sei zu Recht verurteilt worden, also weder willkürlich noch unter Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo». Auch das rechtliche Gehör sei vollumfänglich gewährt worden und der Tatbestand somit korrekt erstellt. Weil die Beschwerde abgewiesen wird, hat der Verurteilte die Kosten des Verfahrens zu tragen. Auch sein Gesuch um unentgeltliche Verteidigung wurde schnörkellos abgewiesen.