Der Bestand an Rehwild konnte reduziert werden

WERDENBERG. Rund 80 Vertreter der politischen Gemeinden, der Ortsgemeinden, der Korporationen und des Forstdienstes folgten der Einladung des Waldrates der Waldregion Werdenberg-Rheintal ins Schloss Werdenberg zum jährlichen Informationsabend.

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Interessierte Zuhörerschaft am Infoabend der Waldregion Werdenberg-Rheintal. (Bild: pd)

Interessierte Zuhörerschaft am Infoabend der Waldregion Werdenberg-Rheintal. (Bild: pd)

WERDENBERG. Rund 80 Vertreter der politischen Gemeinden, der Ortsgemeinden, der Korporationen und des Forstdienstes folgten der Einladung des Waldrates der Waldregion Werdenberg-Rheintal ins Schloss Werdenberg zum jährlichen Informationsabend.

Rudolf Lippuner, Waldratspräsident der Waldregion 2, zeigte sich sehr erfreut, dass die Einladung auf ein so positives Echo gestossen ist. Der Abend soll den Abschluss zum Schwerpunktthema Wald-Wild des Jahres 2015 bilden. Dominik Thiel, Leiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei, und Christian Natter, Förster bei der Bezirkshauptmannschaft Bregenz, wurden als Gastreferenten zum Thema eingeladen. Ein Thema, das vor allem im Werdenberg schon seit Jahren zu Diskussionen geführt hat.

Gleichgewicht angestrebt

Dominik Thiel referierte zur Rotwild-Situation in der Waldregion. Er zeigte klar und verständlich auf, weshalb sich das Rotwild in den letzten zehn Jahren im Werdenberg so stark vermehren konnte. Im Rahmen von wissenschaftlichen Projekten wurde aufgezeigt, wo sich die im Winter sichtbaren grossen Rudel während der Jagdzeit gut versteckt aufhalten. Er bekundete den klaren Willen der Jagdverwaltung, den Rotwildbestand mit einer intensiven Jagd im Werdenberg zu reduzieren und das Geschlechterverhältnis von männlichen und weiblichen Tieren in ein stabiles Gleichgewicht zu bringen. Gleichzeitig betonte er auch die Notwendigkeit, mit der Waldbewirtschaftung weiterhin Licht auf den Waldboden zu bringen und damit eine gute Basis für die Waldverjüngung zu legen.

Während man beim Rotwild auf dem Weg zu einer Bestandesreduktion ist, hat man diese beim Rehwild bereits erreicht. Nebst einer guten Jagd hat vermutlich auch die Präsenz des Luchses dazu beigetragen. Der derzeitige Rehwild-Bestand ermöglicht nun in fast allen Gebieten der Waldregion eine ausreichende Verjüngung der Weisstanne. Für die Waldeigentümer eine lang ersehnte, erfreuliche Situation. Es gilt nun, das an den meisten Orten erreichte Gleichgewicht zwischen Rehwild-Bestand und Waldverjüngung zu erhalten.

Dem Ziel sehr nahe gekommen

Christian Natter stellte in seinem Referat die Frage, ob eine Schutzwald-Sanierung unter Wildeinfluss überhaupt umsetzbar ist. An einem Beispiel aus dem Bregenzerwald zeigte er auf, dass dies sehr wohl möglich ist. Voraussetzung ist allerdings, dass alle am Projekt beteiligten Parteien bereit sind, liebgewonnene Traditionen zu verlassen und zum Teil auch einschneidende Veränderungen in der Jagd und der Forstwirtschaft umzusetzen. Diesem Ziel sind sie nach rund 15 Projektjahren und einigen Umwegen sehr nahe gekommen. Die Waldverjüngung mit standortgemässen Baumarten funktioniert, auch unter dem Einfluss von Hirsch, Reh und Gams.

Beiträge gehen zurück

Im Anschluss an die Referate zeigten Waldratspräsident Rudolf Lippuner und Regionalförster Erwin Rebmann den Geschäftsgang und die Tätigkeitsschwerpunkte der Waldregion im vergangenen und kommenden Jahr auf. Sie wiesen darauf hin, dass infolge der Sparpakete beim Kanton, die Projektbeiträge für die Schutzwald- und Jungwaldpflege in den nächsten vier Jahren merklich zurückgehen werden. Dies ist umso schmerzlicher, als die Mittel für die waldbaulich notwendige Schutzwaldpflege bereits in den vergangenen acht Jahren nicht ausreichten. Die Folgen dieser Sparpolitik werden erst in einigen Jahren im Wald sichtbar werden und können nicht in kurzer Zeit behoben werden.

Die kalten Temperaturen im Schloss sorgten beim Publikum für ungeteilte Aufmerksamkeit, aber auch für Dankbarkeit, als im Anschluss daran das Schlossbistro-Team eine heisse Suppe mit Glühwein und -most servierte.