Der Bauausrüster AFG holt zum schmerzlichen Kahlschlag aus

ARBON/ZÜRICH. Der Ostschweizer Bauausrüster AFG entlässt Hunderte Angestellte. Nachdem es mit der Tür- und Fensterbau-Tochter Ego Kiefer jahrelang bergab ging, zieht AFG bei drei Schweizer Fabriken den Stecker. Laut dem Unternehmen sind sie zu teuer geworden. Produziert wird künftig im Ausland.

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ARBON/ZÜRICH. Der Ostschweizer Bauausrüster AFG entlässt Hunderte Angestellte. Nachdem es mit der Tür- und Fensterbau-Tochter Ego Kiefer jahrelang bergab ging, zieht AFG bei drei Schweizer Fabriken den Stecker. Laut dem Unternehmen sind sie zu teuer geworden. Produziert wird künftig im Ausland.

Noch 1000 Mitarbeiter

Rund 400 Arbeitsplätze in der Schweiz gehen verloren, wie AFG am Donnerstag ankündigte. Die Mitarbeiterzahl in der Schweiz schrumpft damit auf 1000 – das ist noch ein Sechstel der gesamten Belegschaft. Vor allem die Division Gebäudehüllen muss nach enttäuschenden Halbjahreszahlen Federn lassen. In diesem Geschäft kann AFG nach eigenen Angaben preislich kaum noch mit Konkurrenten aus Deutschland und Österreich mithalten.

«Wir stehen mit den Produktionskosten mit dem Rücken zur Wand», sagte Interims-Chef Alexander von Witzleben an einer Medienkonferenz. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar sei dabei ein Katalysator gewesen, die grundlegende Entwicklung habe schon lange vorher eingesetzt, sagte der AFG-Chef und Verwaltungsratspräsident. AFG will künftig günstiger im Ausland produzieren. Im März hatte AFG die Verlagerung von 150 bis 200 Stellen aus Altstätten in die Slowakei angekündigt. Nun weitet AFG den Abbau stark aus.

In Altstätten sollen nur noch Kunststoff-Haustüren sowie Sonder- und Expressfertigungen hergestellt werden. Ein Teil der Fensterproduktion lagert AFG an den ostdeutschen Standort Langenwetzendorf des neu erworbenen Fensterherstellers Wertbau aus.

320 Leute verlieren ihren Job

Insgesamt verlieren mit den am Donnerstag neu angekündigten Verlagerungen rund 320 Mitarbeitende ihren Job. Zudem will von Witzleben auch in der Verwaltung Personal abbauen.

Über den Sozialplan für den Stellenabbau verhandelt AFG mit den Sozialpartnern. Die Gewerkschaft Syna zeigte sich überrascht vom Ausmass des Stellenabbaus. (sda) ? THEMA 19