Der Abfallbunker ist Ende Woche voll

Mit täglich rund 150 Tonnen zusätzlichem Abfall aus St. Gallen rechnet Urs Brunner, Geschäftsleiter des Vereins für Abfallentsorgung (VfA) Buchs.

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Zurzeit wird der Abfall statt zur defekten Kehrichtverbrennungsanlage in St. Gallen direkt nach Buchs transportiert. Bild: Heini Schwendener (Bild: Heini Schwendener)

Zurzeit wird der Abfall statt zur defekten Kehrichtverbrennungsanlage in St. Gallen direkt nach Buchs transportiert. Bild: Heini Schwendener (Bild: Heini Schwendener)

Anstatt in die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Sittertobel in St. Gallen fahren die Müllfahrzeuge direkt zur KVA Buchs. «Wir haben einige Kehricht-Fahrzeuge mehr, die hier abladen», sagt Urs Brunner. Die Umleitung wurde nötig, da es in der KVA Sittertobel am Montag zu einer Verpuffung in einer der drei Abfallgruben gekommen ist. Deshalb kann die KVA in St. Gallen keinen Abfall mehr annehmen. «Glücklicherweise war unser Bunker fast leer, so dass wir nun Platz für den zusätzlichen Abfall haben.» Dies weil im September in der KVA Buchs ohnehin verschiedene Revisionsarbeiten anstehen. «Um für die Wintersaison, wenn wir viel Fernwärme produzieren müssen, gerüstet zu sein», erklärt Brunner. Deshalb wird der Abfallbunker möglichst geleert. Die Anlage läuft aber weiter.

In Notfällen wird ausgeholfen

Der Hauskehricht der 40 Gemeinden, die vom Annahme-Ausfall der KVA im Sittertobel betroffen sind, kann also nach Buchs geleitet werden. Der Industrieabfall geht hauptsächlich an die anderen KVA des Verbundes Thermischer Verwertungsanlagen Ostschweiz in Trimmis und Niederurnen. «Es ist üblich, dass wir uns in solchen Notfällen aushelfen», sagt Urs Brunner. Bis Ende Woche sollte es im Buchser Abfallbunker laut Einschätzung von Urs Brunner Platz für die rund 150 Tonnen Hauskehricht haben, die nun täglich dazukommen. In Buchs werden sonst ungefähr 600 Tonnen täglich angeliefert und die Anlage kann genauso viel pro Tag verbrennen.

Überschuss zu Ballen pressen

Laut Urs Brunner ist man bei der KVA im Sittertobel zuversichtlich, am Freitag wieder den Vollbetrieb aufnehmen zu können. Würde die Anlage in St. Gallen wider Erwarten länger ausfallen und auch der Bunker in Buchs voll sein, gäbe es Notfall-Szenarien. «Wir könnten trockene Abfälle, beispielsweise Industrieabfälle, zu Ballen pressen», erklärt Urs Brunner. Dies geschieht im Sortierwerk in Sennwald. Da im Sommer generell mehr Abfall anfällt als im Winter, ist dies eine übliche Sommerarbeit. «Im Notfall könnten wir aber auch 24 Stunden Abfälle pressen und nicht nur wie jetzt tagsüber», sagt Brunner. Im Moment sei aber die Situation nicht kritisch, versichert der Geschäftsführer des VfA. (kru)