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Den wahren Wert erkennen

Mit einer Potenzialabklärung, einem Integrationsplan und geeigneten Ausbildungen wird im Kanton anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen der Einstieg in die Arbeitswelt ermöglicht. Profiteure sind auch die Firmen.
Hanspeter Thurnherr
Die Referentin und die Referenten: Siegfried Winkelbeiner, Roger Hochreutener, Ursi Dommer und Martin Klöti. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Die Referentin und die Referenten: Siegfried Winkelbeiner, Roger Hochreutener, Ursi Dommer und Martin Klöti. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

SEVELEN. Wie kann angesichts des Fachkräftemangels das Potenzial anerkannter Flüchtlinge und vorläufig aufgenommener Personen besser genutzt werden? Dieses Thema stand am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes Sarganserland-Werdenberg bei der Schoeller Textil AG in Sevelen im Zentrum.

Unter ihrem Wert eingesetzt

«Viele Menschen aus diesem Personenkreis sind in der Arbeitswelt unter ihrem Wert eingesetzt. Wenn wir diesen Wert erkennen, werden sie für die Unternehmen interessant», sagte Regierungsrat Martin Klöti. Ethnisch durchmischte Teams brächten neue Blickwinkel ein. Man schaffe sich zudem loyale und treue Mitarbeiter. Und: Unternehmen können sich als attraktive Arbeitgeber positionieren.

Die Integration der Flüchtlinge und Aufgenommenen habe das Potenzial zur Senkung der Sozialhilfequote. «Wir wissen, dass viele von ihnen arbeiten wollen. Eritreer beispielsweise wollen Deutsch lernen. Und die Sprache ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt.» Beispielsweise Schnupperpraktika anbieten oder Sprachkurse ermöglichen: Damit eröffneten Arbeitgeber diesen Menschen eine Chance zum Berufseinstieg. Die Erfolge für die Arbeitgeber seien ablesbar – beim Arbeitsklima, durch Wertschätzung mit gesteigerter Effizienz und somit auch wirtschaftlich.

Selbsthilfe der Gemeinden

Roger Hochreutener, Generalsekretär der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten VSGP, stellte als Leiter der Repas-Stellen (siehe Kasten) diese «Selbsthilfeorganisation der Gemeinde» vor. Denn die Gemeinden seien zuständig für die Betreuung der Asylbewerber, der anerkannten Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen. Das Generalsekretariat sei die Koordinationsstelle zwischen den Gemeinden. «Wir machen die Arbeit vor Ort. Denn eine Gemeinde allein löst die Probleme im Asylwesen nicht. Aber die Solidarität unter den Gemeinden spielt bei der Verteilung nach Bevölkerungszahl», stellte Hochreutener fest.

Zu den Aufgaben des VSGP gehören die Führung der Gruppenunterkünfte, die Qualifizierungsprogramme und die fünf Repas im Kanton. Letztere sind die Koordinationsstellen zwischen Klienten, Integrationsarbeiterinnen, Sozialämtern und Arbeitgebern während der Integrationsphase. «Wir möchten erreichen, dass unsere Klienten im ersten Arbeitsmarkt unterkommen», formuliert Hochreutener die Zielsetzung.

«Wir kennen die Leute»

Nebst der Hilfe des Staates bestehe für die Klienten auch eine Integrationspflicht. Das Instrument dazu ist der Integrationsplan und ein Assessment (Einschätzung). Konkrete Projekte sind die Gastroqualifikationsprogramme mit eigenen Schulungsbetrieben in Rüthi und St. Gallen, die Betreuungshilfe für Heime und Spitex sowie ein Projekt mit dem Bäckermeisterverband.

In Vorbereitung ist ein Projekt mit dem Baumeisterverband und im Bereich Metzgerei. Die Repas verstehen sich als Dienstleistung für die Wirtschaft, denn «unsere Mitarbeitenden kennen die Leute und ihre Situation», schloss Roger Hochreutener.

In Nischenmärkten führend

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Firmenchef Siegfried Winkelbeiner die Schoeller Gruppe vor. Schoeller hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von innovativen Geweben und smarten Textiltechnologien spezialisiert und ist in mehreren Nischenmärkten weltweit führend. Hochfunktionale Gewebe für Sport, Arbeit, Lifestyle, Fashion und Büroeinrichtungen werden in Sevelen entwickelt und produziert. Mit der im März 2011 gegründeten Schoeller Medical AG wurde das textile Know-how auf den Gesundheitsbereich ausgeweitet. Im September 2011 erwarb Schoeller ein externes Chemielabor in Gams und baute so die eigene Forschung und Entwicklung aus.

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