Den Menschen aufhelfen

Haben Sie manchmal den Eindruck, nicht mehr weiter zu wissen oder wie der Esel am Berg zu stehen und keinen Ausweg mehr zu sehen? Oder beschleicht Sie das Gefühl, am Ende zu sein, einen Punkt erreicht zu haben, an dem es nicht mehr weiter geht? Wenn Sie solche Eindrücke und Gefühle kennen, sind

Diakon Bruno Schindler, Sevelen
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Haben Sie manchmal den Eindruck, nicht mehr weiter zu wissen oder wie der Esel am Berg zu stehen und keinen Ausweg mehr zu sehen? Oder beschleicht Sie das Gefühl, am Ende zu sein, einen Punkt erreicht zu haben, an dem es nicht mehr weiter geht? Wenn Sie solche Eindrücke und Gefühle kennen, sind Sie in guter Gesellschaft. Als Menschen werden wir immer wieder rat- und hilflos vor Situationen stehen, in denen wir Hilfe nötig haben und diese dringend wünschen. Vielleicht ist dann ein Mensch in Ihrer Umgebung, der Ihnen helfen kann und will. Vielleicht bleiben Sie aber allein mit ihrer Situation.

Es kann sein, dass Sie dann in der Bibel nach Rat suchen. Da können Sie unter vielen anderen Sätzen folgenden Ausspruch lesen: «Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Doch wird er nicht auslöschen. (Jes. 42,3).» Unsere menschliche Tendenz geht allerdings eher in eine andere Richtung. Oft sind wir versucht zu treten, was am Boden ist, nieder zu machen, was kaum mehr lebensfähig ist. Der Prophet Jesaja zeigt uns, wie Gott in solchen Situationen handelt. Was am Zerbrechen ist, will er nicht zertreten und auslöschen, sondern aufrichten. Und was am Erlöschen, neu anfachen. Er will nicht unsern Nieder- oder gar Untergang. Ganz im Gegenteil. Er will uns einen Weg zeigen, der aus dem Dilemma führt. Allein zu wissen, dass da einer ist, der nicht am Zerbrochenen und Auslöschenden vorbeigeht, sondern aufrichtet und anfacht, kann uns helfen, neuen Mut zu fassen, auf zu schauen und neue Schritte zu wagen. Es braucht oft gar nicht viel, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. Ein freundliches, ermutigendes Wort kann neue Impulse geben. Ein Händedruck kann Energie auslösen, neue Stärke bewirken. Das Wissen darum, nicht allein zu sein, gibt Mut.

Es geht in unserer Zeit darum, den Menschen aufzuhelfen, die nicht mehr weiter wissen, denen beizustehen, die keine Kraft mehr haben. Und es geht darum, dass wir unsern Glauben an diesen aufrichtenden Gott, in unserm Alltag umsetzen. Es geht weiter darum, dass wir gerade als Christen in unserm Land unsere Verantwortung wahrnehmen und leben. Das kann auch in den bevorstehenden Wahlen ins eidgenössische Parlament gute und positive Auswirkungen haben.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen ein gutes und erfülltes Wochenende!