Den Fakten auf der Spur

Die Umstände der Präsidentenwahl der Gemeindebibliothek Buchs haben in der Bevölkerung viel Staub aufgewirbelt. Der W&O lässt in diesem Bericht die wichtigsten Beteiligten zu Wort kommen, um für mehr Klarheit zu sorgen.

Alexandra Gächter
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BUCHS. «Das ganze Drum und Dran bei der Präsidentenwahl des Vereins Gemeindebibliothek Buchs war eine Sauerei», sagt Hansruedi Bucher. Er war Vorstandsmitglied des Vereins, hat sich als Interimspräsident zur Verfügung gestellt, wurde an der Versammlung knapp nicht gewählt und ist darum aus dem Vorstand ausgetreten – mit der Begründung: «Solche Spiele spiele ich nicht mit.» Bucher ist nicht der einzige, bei dem beim Thema Bibliothekswahl die Gallensäfte aufsteigen.

So spickt Jürg Dommer seinen Leserbrief mit Vorwürfen. Schwer wiegt dabei derjenige, dass die Wahl nicht gehörig angekündigt worden sei (vgl. Titelseite). Der abgetretene Präsident Felix Graf rechtfertigt sich dazu in seinem Leserbrief, dass er den Vorstand im Vorfeld vergeblich auf diesen Mangel hingewiesen habe. «Die übrigen Vorstandsmitglieder fanden, es sei keine Wahl nötig. Und dies, obwohl ich meinen Rücktritt erwähnt hatte und somit mit einer Wahl zu rechnen war.»

Zuerst waren es 21 Stimmen

Dommer spricht davon, dass für die unangekündigte Präsidentenwahl SP-Parteimitglieder mobilisiert und sogar Nichtmitglieder des Vereins aufgeboten wurden. Graf entgegnet, dass von 40 Anwesenden nur sieben Mitglieder der SP waren. Richtig sei, dass zwei nicht stimmberechtigte Personen anwesend waren, deren Stimmen aber nicht gezählt wurden. Hansruedi Bucher berichtet, dass zuerst die Stimmen der Nichtmitglieder sehr wohl gezählt wurden. Elsbeth Schrepfer habe somit 21 Stimmen erhalten. «Erst als aufgedeckt wurde, dass zwei Nichtmitglieder stimmten, wurden deren Stimmen gestrichen.»

«Dringend Bucher informieren»

Und was ist mit dem Vorwurf, dass die Kandidatin hinter dem Rücken des Vorstandes gesucht wurde? Jürg Dommer schrieb, dass die SP inklusive Gemeindepräsident Daniel Gut Gemeinderat Hansruedi Bucher im Unwissen darüber liess. Elsbeth Schrepfer sagt dazu: «Ich wurde ein bis zwei Tage vor der Wahl von Felix Graf angefragt. Es war Donnerstag oder Freitag.»

Danach habe sie sich etwa einen Tag Bedenkzeit gelassen und Felix Graf über ihre Zusage informiert. Dieser schreibt, er habe eine Stunde nach der Zusage von Elsbeth Schrepfer Hansruedi Bucher informiert. Bucher sagt: «Ich wurde sechs Stunden vor der Versammlung, welche am Samstagabend stattfand, darüber informiert.»

Dass dabei Gemeindepräsident Daniel Gut seinen Kollegen, CVP-Gemeinderat Bucher, auflaufen liess, dementiert Gut. «Am Vorabend der Wahl, also am Freitagabend, erfuhr ich von Felix Graf, dass er eine konkrete Kandidatin für die Wahl habe. Ich sagte, er solle nach ihrer allfälligen Zusage unbedingt sofort Hansruedi Bucher informieren.»

Kein Vertreter der Ortsgemeinde

Bucher ist nun, wie erwähnt, aus dem Vorstand ausgetreten, was dazu führte, dass ein Platz frei ist. Da die Politische Gemeinde wie auch die Ortsgemeinde Buchs grosse Geldgeber der Gemeindebibliothek sind, können beide einen Vertreter für den Vorstand bestimmen. Die Politische Gemeinde weiss noch nicht, ob sie das tun wird. Heini Senn, Präsident der Ortsgemeinde, hätte nur unter der interimistischen Leitung von Hansruedi Bucher ein Verwaltungsratsmitglied delegiert. Dies, um aktiv an der Neuausrichtung des Vereins Gemeindebibliothek mitzuarbeiten.

Hansruedi Bucher stellt zum Schluss fest, er verstehe Felix Graf nicht. Schliesslich habe sich Graf mit ihm als Interimspräsidenten zuerst einverstanden erklärt.

Elsbeth Schrepfer sagt: «Ich hatte nie das Gefühl, dass ich als SP-Parteikollegin angefragt wurde, sondern als Kollegin von Felix Graf. Die Anfrage hatte nichts mit Parteipolitik zu tun.»

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