Den alten Ski-Zeiten gefrönt

Anlässlich der Nostalgiewoche brachte die Skischule Wildhaus Schneesportlern und Feriengästen das Skifahren «wie zu Grossmutters Zeiten» näher. Das Fassdaubenfahren war den Skischülern dabei ein besonderer Plausch.

Mirja Keller
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Das Bremsen mit den Fassdauben geht in der Hocke besser. (Bilder: Mirja Keller)

Das Bremsen mit den Fassdauben geht in der Hocke besser. (Bilder: Mirja Keller)

WILDHAUS. Fassdaubenfahren – wem von der jüngeren Generation sagt dieser Vorreiter des heutigen Skisports überhaupt noch was? Dabei ist die Schweiz die Heimat der amtierenden Weltmeisterin im Fassdaubenfahren, Nadja Blöchlinger. Und nicht wenige unserer Grosseltern sind auf diesen Fassbrettern bei Schnee und Wetter in die Schule gefahren.

Die Nostalgiewoche der Schneesportschule Wildhaus ermöglichte Interessierten, Schaulustigen und seinen Skischülern, diese alten Traditionen wieder aufleben zu lassen und den alten Skitagen zu frönen.

Ungewohntes Fahrerlebnis

«Ich habe schon ein wenig Angst», tönt es aus dem Kreis, den die Skischüler um ihre Lehrerin Davina Bohl gebildet haben. «Die müsst Ihr nicht haben, arbeitet einfach mit euren Füssen und Zehen», erklärt diese den Fassdauben-Frischlingen, kurz bevor die erste Abfahrt am Übungslift ansteht.

Zögernd bewegen die Kühnsten unter den Skischülern ihre an den Holzbrettern festgeschnallten Füsse. Sie bieten ein lustiges Bild, wie sie rückwärts den Hang herunter schlittern oder sich an den Weidestöcken festklammern.

«Wichtig ist, dass man sich den Holzstock wirklich zur Hilfe nimmt, denn dieser gibt Stabilität», erklärt Fassdauben-Fan und Skilehrerin Ariane Amacker. Denn Fassdauben-Ski haben keine Kanten und bieten wenig Halt auf dem Schnee. Entsprechend rutschig und etwas schwammig fühlt sich das Kurvenfahren an.

«Liftfahren finde ich am schwierigsten», berichtet der kleine Ramon etwas atemlos. Seine Daubenski sitzen etwas schlecht, sie sind zu gross. Ariane Amacker zieht die Riemen um seine Schuhe noch einmal richtig fest an: «Die Riemen müssen so stramm wie möglich sitzen», klärt sie den rotbackigen Skischüler auf.

«Richtig fahren musste man»

Und die roten Backen kommen nicht nur von der Kälte. Anstrengend ist es, das Fassdaubenfahren. «Ich kann gar nicht steuern», meint eine der Skischülerinnen. Davina Bohl weiss: «Es ist eigentlich eine Kunst. Heute fahren die Ski fast schon von selbst. Damals musste man richtig fahren können.» Sie selbst ist heute auf alten Holzski unterwegs auf der Piste. Mit Holzstöcken und weitem Rock, wie zu alten Zeiten, kurvt sie ihren Schülern hinterher. Denn am Freitag um halb vier neigt sich der Skiunterricht ihrem Ende zu. Dann haben die Schüler die Gelegenheit, ihren Eltern das Gelernte vorzuführen.

Heute um 13.30 Uhr findet zum Abschluss der Nostalgiewoche der Schneesportschule Wildhaus am Oberdorfhang ein Nostalgierennen der Skilehrer statt.

Skilehrerin Davina Bohl ist dem Anlass entsprechend gekleidet.

Skilehrerin Davina Bohl ist dem Anlass entsprechend gekleidet.

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