Demenz berührt die Menschen

Als Abschluss der Veranstaltungsreihe «Demenz geht uns alle an» wurde von der Gemeinde Grabs in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Alzheimervereinigung der Film «Vergiss mein nicht» im Werdenberger Kino Kiwi gezeigt.

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Die Krankheit berührt, sie geht uns alle an. Dies zeigte sich auch dadurch, dass sich die Besucher am Informationsstand der Schweizerischen Alzheimervereinigung rege bedienten und Fragen stellten. (Bild: pd)

Die Krankheit berührt, sie geht uns alle an. Dies zeigte sich auch dadurch, dass sich die Besucher am Informationsstand der Schweizerischen Alzheimervereinigung rege bedienten und Fragen stellten. (Bild: pd)

GRABS/WERDENBERG. Die Alterskommission Grabs wurde vor zehn Jahren gegründet und stellte aus aktuellem Anlass ihr Jubiläumsjahr unter das Motto «Demenz geht uns alle an». Gilt es doch die nationale Demenzstrategie umzusetzen. Die Veranstaltungsserie wurde gemeinsam mit den gemeindeeigenen und den ortsansässigen Institutionen sowie der Schweizerischen Alzheimervereinigung organisiert und von der Bevölkerung aktiv mitverfolgt. Der Dokumentarfilm «Vergiss mein nicht» bildete den krönenden Abschluss.

Preisgekrönter Dokumentarfilm

Bereits eine halbe Stunde vor Filmbeginn strömten die Besucher ins Kino, um einen guten Platz zu bekommen. Diese frühen Besucher taten nicht schlecht daran, waren doch alle 108 Plätze bis zum Start des Films besetzt.

Rudolf Lippuner, Gemeindepräsident aus Grabs begrüsste die Anwesenden im Namen der Gemeinde. Er wies nochmals darauf hin, dass durch die längere Lebenserwartung immer mehr Menschen von der Krankheit Demenz betroffen sind und betroffen sein werden.

Der preisgekrönte Dokumentarfilm «Vergiss mein nicht» von David Sieveking nahm die Zuschauer auf eine ungemein persönliche Reise mit. Davids Mutter Gretel leidet an Alzheimer. Um seinen Vater zu entlasten, zieht David für einige Wochen wieder bei seinen Eltern ein. Während sein Vater Malte einige Zeit neue Kraft tankt, soll David sich um seine Mutter kümmern. Dabei begleitet er das Leben seiner Mutter mit der Kamera. Obwohl sich Gretels Krankheit immer deutlicher bemerkbar macht, verliert Gretel nicht ihren Lebensmut und steckt damit auch ihren Sohn an. Durch ihre offene und ehrliche Art lernt David seine Mutter noch einmal ganz neu und von einer anderen Seite kennen.

Krankheit beeinflusst Umfeld

Der Film berührte die Zuschauer und zeigte auf, wie sehr die Krankheit die ganze Familie und das Umfeld beeinflusst. Es wurde deutlich, dass die Betreuung von Menschen mit Demenz eine sehr grosse Aufgabe ist und längerfristig nur durch ein gutes Miteinander geschehen kann. Der Familienzusammenhalt und die unterstützenden Angebote, welche je nach Situation zum Wohle der Betroffenen ganz individuell zur Verfügung stehen müssen, spielen dabei eine zentrale Rolle.

Wenn vom Wohle der Betroffenen gesprochen wird, sind die pflegenden Angehörigen mitgemeint. Die über neunzigjährige Schwiegermutter von Gretel hat das im Film ganz eindrücklich zum Ausdruck gebracht, indem sie ihren Sohn Malte, also Gretels Ehemann und ihren Enkel fragte: «Darf Malte verbraucht werden?»

Beim Apéro wirkten die berührenden Eindrücke nach. Es sprach für sich, dass die Zuschauer lange im Foyer des Kinos verweilten und sich untereinander austauschten. Die Krankheit Demenz berührt, sie geht uns alle an. Dies zeigte sich auch dadurch, dass sich die Besucher am Informationsstand der Alzheimervereinigung rege bedienten und Fragen stellten.