Dem Schutzwald unbedingt Sorge tragen

Waldeigentümer müssen sich mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und tiefen Holzpreisen abfinden. Der Waldpflege muss dennoch Sorge getragen werden. Gerade bei Naturgefahren bietet der Wald einen unverzichtbaren Schutz, wie Geologe David Imper dem Verband Waldwirtschaft aufzeigte.

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Setzen sich im Verband Waldwirtschaft St. Gallen und Liechtenstein gemeinsam für das Wohl des Waldes ein: Kantonsoberförster August Ammann, Bruno Blöchliger, Peter Paul Hobi, Pierre Joseph, der Melser Ortsgemeindepräsident Ignaz Kalberer, Geologe David Imper, Präsident Thomas Ammann, Roger Büsser, Hubert Frick, Norman Nigsch, Geschäftsführer Heinz Engler und Albert Weder (von links). (Bild: Ralph Dietsche)

Setzen sich im Verband Waldwirtschaft St. Gallen und Liechtenstein gemeinsam für das Wohl des Waldes ein: Kantonsoberförster August Ammann, Bruno Blöchliger, Peter Paul Hobi, Pierre Joseph, der Melser Ortsgemeindepräsident Ignaz Kalberer, Geologe David Imper, Präsident Thomas Ammann, Roger Büsser, Hubert Frick, Norman Nigsch, Geschäftsführer Heinz Engler und Albert Weder (von links). (Bild: Ralph Dietsche)

MELS. Den Waldbesitzern weht ein rauher Wind entgegen. Der starke Franken und der damit verbundene Preisdruck verunsichern die Branche. Dies war eines der Schwerpunktthemen an der Vorstandssitzung des Verbands Waldwirtschaft St. Gallen und Liechtenstein in Mels. «In schwierigen Zeiten ist es besonders wichtig, dass die öffentlichen und privaten Waldeigentümer, die Forstbetriebe und die Holzindustrie an demselben Strick ziehen», ist sich Geschäftsführer Heinz Engler sicher.

Optimierung ist wichtig

«Unser Verband zählt über 200 Mitglieder. Wir sehen uns als wichtigstes Bindeglied zwischen Waldbesitzern, Forstdienst und der Holzindustrie», erklärt dessen Präsident Thomas Ammann. Der Verband setzt sich für eine wachsende und nachhaltige Holzversorgung ein: «Wir betreiben neben den traditionellen Verbandsgeschäften seit vielen Jahren auch die Vermarktung von Rund- und Industrieholz.»

Von den jährlich rund 270 000 Festmetern Holz werden etwa 60 000 Festmeter über die eigene Holzmarkt Ostschweiz AG vermarktet. Um weiter konkurrenzfähig zu bleiben, müssen an allen Stellen Optimierungsmassnahmen getroffen werden. Sowohl an der Front im Wald als auch im administrativen Bereich im Hintergrund.

Pflege bleibt wichtig

Auch wenn im Wald wirtschaftlich gearbeitet werden muss, dürfe dessen Schutzfunktion für Mensch, Tier, Güter und Infrastruktur nicht vergessen gehen.

Gastreferent und Geologe David Imper zeigte den Vorstandsmitgliedern an praktischen Beispielen aus seinem Berufsalltag auf, was für positive Eigenschaften der Schutzwald im Zusammenhang mit Naturgefahren hat. Der Wald bietet an Hanglagen einen natürlichen Schutz vor Lawinen und Nassschneerutschen, Steinschlag, Hangmuren und Hochwasser. Auch wenn die Bäume beispielsweise einem Felssturz nicht standhalten, vernichtet jeder Baum immerhin Energie. «Ich kann Ihnen sagen: Das sind riesige Gewalten, die da wirken», versichert David Imper aus eigener Erfahrung. «Am besten wirkt der Schutzwald als Prävention. Er ist günstig, hat aber seine Schwierigkeit sich zu verkaufen, da er ja einfach da ist.»

Lobby für den Wald stärken

Entsprechend wichtig ist, dass der Wald – und der Schutzwald im besonderen – auch politisch ein Gehör bekommt, sagte der Rüthner Gemeindepräsident und Kantonsrat Thomas Ammann als Sohn eines Revierförsters. Ihm haben die Verbandsverantwortlichen ihre Unterstützung als Nationalrats- und Ständeratskandidat zugesprochen.

Er freue sich, dass die Ortsgemeinde Mels 3,7 Millionen Franken in die Vergrösserung einer bestehenden Holzschnitzelheizung investiert, lobte Ammann die von Ignaz Kalberer präsidierte Ortsgemeinde. Solche Investitionen bringen uns, den Wald und die Energiewende weiter. (radi)

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