Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DEGERSHEIM: Waffenlager ausgehoben

Die Kantonspolizei St. Gallen hat bei einer Hausdurchsuchung eines 61-jährigen Schweizers ein Waffenarsenal von 280 Waffen gefunden. Was mit den Waffen passiert, ist noch unklar.
Tim Naef
Maschinengewehre, Karabiner und 10 (Bild: Kapo SG)

Maschinengewehre, Karabiner und 10 (Bild: Kapo SG)

Tim Naef

ostschweiz@tagblatt.ch

280 Waffen, darunter Maschinengewehre, Karabiner und weit über 100000 Schuss Munition: Die Kantonspolizei St. Gallen hat in Degersheim ein regelrechtes Waffenarsenal ausgehoben. Bei einer Hausdurchsuchung eines 61-jährigen Schweizers kamen zudem diverse verbotene Waffen beziehungsweise Waffenbestandteile wie Schalldämpfer, eine Handgranate (ohne Zünder und Sprengmittel) sowie unzählige bewilligungspflichtige Waffen wie Pistolen, Revolver und Mehrzweckgewehre zum Vorschein. Doch nicht nur Waffen stellte die Polizei sicher. Im Haus befand sich Bargeld in der Höhe von rund 1,3 Millionen Franken. «Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

Hinweise aus Österreich

Der Mann habe bei der Festnahme keine Gegenwehr geleistet und hätte sich bei der anschliessenden Hausdurchsuchung kooperativ gezeigt. Laut Rezzoli haben die Ermittlungen bereits im Juli dieses Jahres begonnen, nachdem die österreichischen Strafverfolgungsbehörden dem Mann auf die Spur gekommen waren. Der Festgenommene ist indes kein unbeschriebenes Blatt: «Der 61-Jährige ist bereits vor Jahren wegen eines illegalen Waffenverkaufs aufgefallen und von der Polizei vernommen worden», sagt Rezzoli. Damals habe es sich um eine einzelne Waffe gehandelt. Es habe aber keine direkte Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden.

«Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Waffen für den Kauf und Verkauf bestimmt waren.» Dass der Mann noch Komplizen gehabt hat, sei unwahrscheinlich. «Wir gehen davon aus, dass er alleine handelte.» Es werde aber in alle Richtungen ermittelt, so Rezzoli. Nun stünden erst einmal die Einvernahmen an. Klar sei nur, dass der Mann Waffen nach Österreich verkaufen wollte. Woher er diese habe und wie der Handel über die Bühne gehen sollte, müsse nun abgeklärt werden. «Uns interessiert vor allem, woher die Waffen stammen», sagt Gian Andrea Rezzoli. Was mit ­ihnen passiere, sei jedoch noch nicht klar. «Jetzt müssen wir bei jeder einzelnen Waffe abklären, ob diese legal erworben worden ist oder nicht.» Dann sei es an der Staatsanwaltschaft zu entscheiden, ob sie eingezogen, vernichtet oder gar zurückgegeben würden.

Waffenfunde in dieser Grössenordnung gibt es im Kanton St. Gallen selten. «In den vergangenen Jahrzehnten gab es zwei Fälle, bei denen ebenfalls viele Waffen entdeckt worden sind», sagt der Polizeisprecher. Auch bei diesen sei internationaler Waffenhandel im Vordergrund gestanden. «Der aktuelle Fall ist bis jetzt aber der grösste.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.