Das Ziel ist die Verkehrssicherheit

Geschwindigkeitskontrollen dienen der Verkehrssicherheit und nicht der Staatskasse, sagt die Polizei. SVP-Kantonsrat Mirco Gerig hingegen ist der Meinung, dass es im Toggenburg zu viele davon gibt.

Corinne Hanselmann
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Semistationäre Radaranlage. (Bild: Melanie Steiger)

Semistationäre Radaranlage. (Bild: Melanie Steiger)

REGION. Man ist mit dem Auto unterwegs, etwas spät dran und so passiert es rasch: Man gerät in eine Radarkontrolle, wird geblitzt und einige Tage später flattert die Ordnungsbusse ins Haus. Das ärgert und ist teuer. Aber, Hand aufs Herz, eigentlich weiss jeder Autofahrer, dass diese Kontrollen nicht nur die Staatskasse füllen – sondern in erster Linie der Verkehrssicherheit dienen.

Die Messgeräte werden nicht willkürlich plaziert, sondern an nach verschiedenen Gesichtspunkten beurteilten Standorten, wie Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, erklärt.

Hinweise werden verfolgt

Regelmässig erhält die Polizei Hinweise aus der Bevölkerung – im Sinne von «vor meinem Haus wird immer viel zu schnell gefahren». Auch Gemeinden melden sich mit ähnlichen Anliegen. Dabei geht es beispielsweise um Bereiche rund um Schulen. Die Polizei geht diesen Hinweisen nach, beurteilt die Situation vor Ort, misst die Geschwindigkeiten mit der Laserpistole und entscheidet, ob eine vorübergehende Radarkontrolle Sinn macht. Falls ja, wird eine Anlage aufgestellt, sobald eine frei wird, so Rezzoli. «Auch an Strassen, auf denen erfahrungsgemäss oft zu schnell gefahren wird oder viele Unfälle passieren, werden semistationäre Anlagen installiert.» Als Beispiel nennt er die Rickenstrasse. Regelmässig ändert die Kantonspolizei St. Gallen die Standorte der semistationären Geschwindigkeitsmessanlagen und publiziert diese im Internet.

Auf freiwilliger Basis

Soll eine Radaranlage auf privatem Grund wie einem Vorplatz in einem Dorf plaziert werden, wird der Besitzer um Erlaubnis gefragt. «Erfahrungsgemäss sagen sie meistens Ja», weiss Rezzoli. Gerade wenn auf dem betroffenen Strassenstück oft zu schnell gefahren wird, sind sie oft sogar dankbar dafür. Eine Entschädigung – oder gar eine Umsatzbeteiligung – wird übrigens nicht ausbezahlt.

Budget nicht erreicht

«Das Ziel dieser Bemühungen ist, die Verkehrssicherheit zu steigern», sagt Rezzoli, «und nicht, möglichst viel Geld einzunehmen.» Unterstrichen wird seine Aussage von folgender Tatsache: Von den für 2014 21,8 Millionen Franken budgetierten Bussen-Einnahmen hat die Polizei «nur» rund 17 Millionen eingenommen. Das Budget für 2015 beträgt wiederum knapp 22 Millionen Franken. ? LOKAL 5

Liste der semistationären Anlagen: www.kapo.sg.ch/home/ informationen/verkehr.html

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