«Das Wasser kam so schnell, uns blieb keine Zeit, zu reagieren»

In Altstätten waren die Aufräumarbeiten am Tag nach den Überschwemmungen von Montagnacht in vollem Gang. Die Feuerwehr und 70 Zivilschützer halfen dabei, die Strassen von Schlamm zu befreien, Keller auszupumpen und Geröll aus den Bächen zu schaufeln.

Nina Rudnicki/Jessica Kobler
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Helfer befreien Altstätten am Dienstagmorgen von Schlamm und Steinbrocken. (Bild: Hanspeter Schiess)

Helfer befreien Altstätten am Dienstagmorgen von Schlamm und Steinbrocken. (Bild: Hanspeter Schiess)

In Altstätten waren die Aufräumarbeiten am Tag nach den Überschwemmungen von Montagnacht in vollem Gang. Die Feuerwehr und 70 Zivilschützer halfen dabei, die Strassen von Schlamm zu befreien, Keller auszupumpen und Geröll aus den Bächen zu schaufeln. «Das Wasser kam so schnell, uns blieb keine Zeit, zu reagieren», sagte der Altstätter Vize-Stadtpräsident Reto Walser. «Das Ausmass ist verheerend. Dieses Unwetter wird uns noch lange beschäftigen.» Auch Anwohner berichteten, wie das Wasser innert Minuten stieg.

Bis zu 200 Schadensmeldungen

Der Stadt- und der Kesselbach sind mittlerweile von Geröll, Schutt und Schlamm geräumt worden, damit das Wasser abfliessen kann. Im Falle von weiteren Regenfälle sollen so neue Schäden verhindert werden. Bereits 2013 führte der Stadtbach Hochwasser, entsprechende Massnahmen sind seither aber noch nicht ergriffen worden.

In Berneck waren Feuerwehr und Zivilschutz gestern ebenfalls damit beschäftigt, Räume eines Unternehmens abzupumpen.

Die Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen rechnete gestern mit bis zu 200 Schadensmeldungen. Finanzielle Einschätzungen gibt es noch keine.

Bahnlinie gesperrt

Auch im Appenzellerland waren die Aufräumarbeiten im Gang. Die Unwetter vom Montag verursachten vor allem im Vorder- und Mittelland Schäden. Rund 70 Notrufe aus den Gemeinden Gais, Wald, Heiden und Reute wegen überfluteter Keller gingen ein. Am stärksten betroffen war Gais, wo die Bahnlinie Gais–Altstätten nach einem Erdrutsch auch gestern abend noch gesperrt war. Im innerrhodischen Oberegg pumpte die Feuerwehr 40 Keller aus.

Nicht verschont blieb auch das Emmental – das Unwetter traf vor allem die Region Zäziwil. In Schangnau, das bereits vergangenen Donnerstag von einem Unwetter verwüstet wurde, verlief die Nacht auf gestern hingegen verhältnismässig ruhig. Die Gebäudeversicherung Bern schätzt die Schäden auf mindestens drei Millionen Franken – sie erhielt am Montag rund 100 Schadensmeldungen aus dem Emmental. Schon die Unwetter von letzter Woche hatten im oberen Emmental Schäden von rund vier Millionen Franken angerichtet. Im Kanton Luzern waren vor allem die Napfregion und das Gebiet Sempachersee von den Gewittern betroffen. Die Unwetter beschädigten auch Strassen und Schienen: Beispielsweise war auf der Bahnstrecke Luzern–Olten ein Abschnitt stundenlang unterbrochen. • DIE DRITTE

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