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«Das Verfahren lief korrekt ab»

Bei Bewilligungsverfahren für Bauten ausserhalb der Bauzone werden jeweils viele Stellen involviert und der Kanton überprüft das Gesuch. Ein Blick hinter die Kulissen am Beispiel eines umstrittenen Bienenhauses.
Bild: Johannes Vetsch

Bild: Johannes Vetsch

Thomas Schwizer

Das ab 2012 erbaute Gebäude im Schutzgebiet sei nie bewilligungsfähig gewesen und werde, entgegen dem Baugesuch, kaum als Bienenhaus genutzt. Das sagt Johannes Vetsch. Er, der Natur- und Pflanzenschutzaufseher von Grabs, schreibt in einem Leserbrief von «erschlichenen Bewilligungen». Nach einer gemeinsamen Begehung vor Ort halten die zuständigen Instanzen der Gemeinde Grabs und des Kantons St. Gallen sowie Pro Natura dagegen klar fest: «Das Gebäude entspricht baulich der seinerzeitigen Baubewilligung und ist nicht zu beanstanden.»


Für Johannes Vetsch war die erteilte Bewilligung für diese Baute ausserhalb der Bauzone, «wohlgemerkt im Schutzgebiet für seltene und bedrohte Tierarten», ein Dorn im Auge. Er wurde deshalb mehrmals bei der Gemeinde und beim Kanton vorstellig. Nach der Erstellung der Baute folgten Augenscheine und im Sommer 2017 eine erneute Begehung vor Ort, an der auch Vetsch dabei war. Er bestreitet die Rechtmässigkeit aber weiterhin.


Der Grabser Bauverwalter Thomas Lippuner und Christian Meienberger von Pro Natura weisen dies zurück. «Die Kontrolle hat ergeben, dass das Haus eben nicht als Ferienhaus genutzt wird und auch nicht genutzt werden kann», hält Meienberger auf Anfrage des W&O fest. Er sehe keinen Grund, «mich nochmals in diesem Nachbarschaftsstreit einzumischen».

Kantonale Behörden prüfen Bauten ausserhalb Bauzonen

Thomas Lippuner erklärt, das Baugesuchs- und -bewilligungsverfahren sei vorschriftsgemäss abgewickelt worden. Für die Prüfung und Behandlung von Baugesuchen ausserhalb der Bauzone seien klare Regelungen zwingend einzuhalten. Dies sei auch im Fall des Bienen-Wanderstandes geschehen. Das kantonale Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg) prüfe ein solches Gesuch und erledige die Koordination. Es hole dabei Stellungnahmen ein bei allen betroffenen Instanzen ein (Schutzgebiete, Natur, Gewässer, Wald etc.). Beispiele sind die Ämter für Umweltschutz (Afu) sowie für Natur, Jagd und Fischerei (Anjf), aber auch Institutionen wie Pro Natura. Auf Grund der Stellungnahmen und der Überprüfung der Zonenmässigkeit (Landwirtschaftszone, Schutz-zone etc.) beurteile das Areg die baurechtliche Situation. Im konkreten Fall habe es grünes Licht gegeben.

Schliesslich, erklärt Lippuner weiter, sei in der Gemeinde Grabs die öffentliche Auflage des Bauprojektes erfolgt und das Vorhaben auch an der Schautafel beim Rathaus Grabs ausgekündigt worden. Da es keine Einsprachen dagegen gab, habe der Grabser Gemeinderat die Baubewilligung erteilt – auf Grund der vorherigen Abklärungen des Areg sowie des durchgeführten Verfahrens.

Sauerbrut verhinderte Nutzung

Bienen-Wanderstand heisst in der Imkerei, dass es nicht der Heimstand ist, sondern dass Bienenvölker temporär an diesen Standort gebracht werden. Solche Bienenwanderungen dienen vor allem dazu, eine bessere Honigernte durch die Nutzung verschiedener Trachten zu erzielen (Quelle: Wikipedia). Wenn in einem Gebiet Bienenseuchen wie Sauerbrut auftreten, gelten Schutzbestimmungen, welche von den kantonalen Veterinärämtern erlassen werden. In den Sperrgebieten ist es verboten, Bienenvölker zu verstellen. In den letzten Jahren ist die Sauerbrut im Werdenberg verstärkt aufgetreten. So ist seit dem Frühsommer 2017 praktisch die ganze Gemeinde Grabs als Sperrgebiet definiert. Dies verunmöglichte es insbesondere auch, dass im Jahr 2017 Bienenvölker aus einem Grabser Heimstand auf einen Wanderstand verbracht werden konnten. Ein Bienenzüchter, er ist nicht der Eigentümer des Wanderstandes auf dem Zoggenboden, hat jeweils im Auftrag des Eigentümers Völker dorthin verbracht. «Ein Verstellen von Bienenvölkern auf diesen Wanderstand war mir in den letzten Jahren aber zu riskant. Mehr-mals war ich nämlich mit meinem Heimstand in einer Sperr-zone, was eine Wanderung ohnehin verunmöglichte», schildert der Bienenzüchter dem W&O. Zudem habe er auch kein Risiko eingehen wollen, "dass bei einem allfälligen Ausbruch der Sauerbrut meine Bienenvölker in dieser Höhenlage überwintern müssen". (ts)

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