Das Projekt Klassenassistenz sorgt für zufriedene Gesichter

FONTNAS. Seit Beginn des neuen Schuljahres und noch bis zu den Herbstferien gibt es erstmals eine Klassenassistenz in allen fünf Kindergärten der Schulgemeinde Wartau. Angeregt wurde das Projekt von den Lehrpersonen, welche ihr Bedürfnis nach Unterstützung gegenüber dem Schulrat darlegten.

Armando Bianco
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Es ist Zeit für einen feinen Znüni: Blick in den Unterricht des liebevoll gestalteten Kindergartens in Fontnas. (Bild: Armando Bianco)

Es ist Zeit für einen feinen Znüni: Blick in den Unterricht des liebevoll gestalteten Kindergartens in Fontnas. (Bild: Armando Bianco)

FONTNAS. Seit Beginn des neuen Schuljahres und noch bis zu den Herbstferien gibt es erstmals eine Klassenassistenz in allen fünf Kindergärten der Schulgemeinde Wartau. Angeregt wurde das Projekt von den Lehrpersonen, welche ihr Bedürfnis nach Unterstützung gegenüber dem Schulrat darlegten. «Die Anforderungen sind generell gestiegen. Die Kinder sind heute beim Eintritt in den Kindergarten jünger und es hat teilweise einen hohen Anteil mit Migrationshintergrund», nennt Anita Neff Gadient, Schulleiterin Kindergarten und Primarstufe, die Gründe.

Banale Dinge, grosse Wirkung

An zwei Morgen in der Woche werden die Lehrpersonen von den Assistenten unterstützt. Das sind zum Beispiel die Pensionierten Walter Götti und Silvia Sutter im Kindergarten Fontnas. Was sie mitbringen, ist Freude, Motivation und den passenden Umgang mit Kindern.

Walter Götti war bereits vor drei Jahren einmal als Klassenassistenz im Einsatz. Die Aufgabe erfüllt ihn mit grosser Freude, sei aber durchaus anspruchsvoll. Und tatsächlich, in der Pause wird er an allen Fronten gebraucht, hört einem weinenden Kind zu, hilft bei Bauten im Sandkasten, ermuntert schüchterne Kinder zum Spiel.

Silvia Sutter bezeichnet den Umgang mit den Kindern als eine Bereicherung im Alltag, sie hilft gerne, es macht ihr sichtlich Spass, wie sich beim Basteln während des Unterrichts zeigt. Die Kinder akzeptieren die «Assistenzlehrerin» mit Selbstverständlichkeit. Die Wirkung ihrer Anwesenheit könne man schon nach zwei Wochen erkennen, sagt Klassenlehrerin Katrin Sutter. Sie spricht in diesem Zusammenhang von einer erhöhten Arbeitsqualität. «Für die Kinder des ersten Jahrgangs ist so vieles neu, selbst banale Dinge sind eine Herausforderung. Durch die Unterstützung kann ich in anspruchsvollen Situationen individueller handeln.».

Durch die Unterstützung können die Kinder bedeutend rascher mit den Abläufen im Kindergarten vertraut gemacht werden, und die Gruppe findet schneller zusammen. Eine begleitete Eingewöhnungsphase im ersten Quartal bildet für die Kinder wie auch die Lehrpersonen eine wichtige Basis für den weiteren Verlauf des Schuljahres.

Ein Schulrat mit Weitsicht

Die Begeisterung ist allseits gross. Möglich gemacht hat dies auch der Schulrat, welchem Anita Neff Gadient ein unkompliziertes Vorgehen und grosszügiges Entgegenkommen attestiert. «Der Schulrat hatte in dieser Sache, wie übrigens auch sonst immer, ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Lehrerschaft, auch wenn ihnen nicht immer entsprochen werden kann. Dass sie das Vorhaben ins Budget aufgenommen haben, freut uns besonders, zumal die Gemeinde derzeit nicht auf Rosen gebettet ist.» Der Erfolg ist für sie eine Bestätigung, den richtigen Weg gewählt zu haben. Und stärkt die Hoffnung auf eine Fortsetzung.