Das neue Aushängeschild der HSG

Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko hat in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen einen Studiengang für Führungskräfte in Sport und Wirtschaft entworfen. Gestern wurde das Angebot vorgestellt.

Christoph Fust
Drucken
Teilen
Der ukrainische Box-Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko vor seiner Präsentation an der Universität St. Gallen. (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

Der ukrainische Box-Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko vor seiner Präsentation an der Universität St. Gallen. (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

ST. GALLEN. Wladimir Klitschko scheint einiges richtig gemacht zu haben: Er ist amtierender Schwergewichtsweltmeister im Boxen. Er besitzt den Doktortitel in Sportwissenschaft. Er ist seit mehr als zehn Jahren erfolgreicher Unternehmer. Das Wissen, das er sich im Laufe seiner Karriere angeeignet hat, möchte der 39jährige Ukrainer nun im Rahmen eines Studiengangs an der Universität St. Gallen weitergeben. Schon Anfang Mai drangen erstmals Informationen über das Vorhaben an die Öffentlichkeit. Gestern stellte Klitschko das Angebot nun zusammen mit Wolfgang Jenewein, Direktor der HSG-Forschungsstelle für Customer Insight, vor.

Wissenschaft und Praxis

Im Mittelpunkt steht das Thema Challenge, also Herausforderung. Die Fähigkeit zur ständigen Veränderung werde zum Erfolgsfaktor für Mensch, Marke und Unternehmen. Führungskräfte und Manager sollen mit der Ausbildung optimal auf die beruflichen und persönlichen Herausforderungen einer immer komplexeren und schnelleren Welt vorbereitet werden. «Ich stehe auf der Seite der Praxis und möchte meine Erfahrungen mit der wissenschaftlichen Seite verbinden», sagte Klitschko.

Bei der gestrigen Medienkonferenz ging es auch um die Frage, was ein Sportler zu einer Management-Weiterbildung beitragen kann. Die Zukunft sei nicht mehr planbar, sagte Wolfgang Jenewein. Es gebe Menschen, die bewiesen hätten, dass sie sich immer wieder ändernden Herausforderungen stellen könnten – wie etwa Klitschko. Als Sportler habe er den Vorteil, dass er ein Ziel für sich selber setzen könne, sagte Klitschko. Der Weg dahin sei dann oft «schmerzreich». Es brauche Fähigkeiten wie Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Konzentration. Wenn ein Manager die Qualitäten eines Sportlers nicht mitbringe, könne er schnell scheitern.

Allzu viel Konkretes zum Studiengang lässt sich nach der gestrigen Vorstellung jedoch nicht sagen. Klitschko und Jenewein griffen vielfach auf Motivationssprüche zurück. «Du bist nur so gut wie dein Team», «Stillstand ist Rückschritt» oder «Sei der Wandel, den du im System sehen willst» sind einige davon. Auf die Frage, was für ihn persönlich die grösste Herausforderung sei, antwortete der Boxer, «den ersten Schritt zu tun».

Klar ist, dass der in Deutsch unterrichtete Weiterbildungsstudiengang CAS Change & Innovation Management im Februar 2016 mit maximal 40 Teilnehmenden startet. Die Ausbildung ist in vier Teile à je vier bis fünf Tage gegliedert, bringt 15 europäische Studienleistungs-Punkte (ECTS) ein und kostet 14 950 Euro. Wladimir Klitschko wird den Studiengang am 15. Februar höchstpersönlich eröffnen. «Ich kann es kaum erwarten, vor den Teilnehmenden zu stehen», sagte er.

«Perfekter Partner»

Er habe die Idee zum Studiengang schon lange gehabt und mit der HSG einen perfekten Partner gefunden. «Es war Liebe auf den ersten Blick.» Schon über ein Jahr lang sei er mit den HSG-Verantwortlichen in Kontakt gewesen. Dass er mit seiner Idee auf die Universität St. Gallen zuging, begründet Klitschko ganz einfach: «Die HSG ist eine der führenden Institutionen in Europa.»

Interessierte können sich ab sofort für den Studiengang CAS Change & Innovation Management anmelden. Laut Wolfgang Jenewein bestehe bereits ein grosses Interesse.