Das Leben besteht aus unterschiedlicher Musik

Seit Samstag erfüllen zehn Kinder und Jugendliche mit ihren Instrumenten die Räume des Schlosses Werdenberg mit Musik. Im Rahmen der erstmals stattfindenden Sommerakademie, organisiert vom Verein Schloss Werdenberg, werden die jungen Talente gefördert. Morgen geben sie ein Konzert.

Corinne Hanselmann
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Der 11jährige Anatol Toth spielt seit seinem 3. Lebensjahr Geige. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Der 11jährige Anatol Toth spielt seit seinem 3. Lebensjahr Geige. (Bilder: Corinne Hanselmann)

WERDENBERG. Bereits beim Betreten des Schlosses sind Klänge zu hören. In verschiedenen Räumen spielen zehn Kinder und Jugendliche in verschiedenen Formationen Kammermusik. Die 9- bis 17-Jährigen spielen Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass, Harfe und Hackbrett.

Jugend wird gefördert

«Der Verein Schloss Werdenberg hat sich zum Ziel gesetzt, Jugend und Kultur über die Grenzen hinaus zu fördern», sagt Geschäftsleiter Kurt Scheidegger. Die jungen Musiker stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zwei Geschwister, die 9jährige Manoush und der 11jährige Anatol Toth aus dem Kanton Bern, sind die jüngsten Teilnehmer. Beide spielen Geige.

Finanziert wird die Kurswoche grösstenteils von einem Sponsor, der nicht genannt werden möchte. Die Kosten belaufen sich auf rund 30 000 Franken.

Jugendmusik-Preisträger

Der 11jährige Anatol Toth gilt als grosses Talent. Bereits seit seinem 3. Lebensjahr eifert er seiner Mutter, die ebenfalls Geigerin ist, nach. Er besucht die Hochschule der Künste Bern und spielt regelmässig in Orchestern zusammen mit 20jährigen und älteren Musikern. Zudem hat er schon mehrfach Preise bei nationalen Jugendmusikwettbewerben gewonnen. Auch komponiert Anatol bereits selber mehrstimmige Musikstücke. «Mir gehen Melodien und Takte durch den Kopf», erzählt er, «diese probiere ich dann am Klavier aus und schreibe die Noten dazu.»

Untergebracht sind die jungen Musiker im Buchser Pfadiheim. Auf dem Sinnespfad begeben sie sich täglich zum Schloss und üben Stücke von Mozart, Vivaldi und Uccellini, sowie auch Appenzeller Streichmusik. Angeleitet werden sie von Geigerin und Musikpädagogin Julia Prigge aus Berlin und von Jacqueline Brack Lees, Hackbrettspielerin und Lehrerin für Musik, Bewegung und Theater in Zürich und Rapperswil-Jona.

Musik ist überall

«Überall gibt es Töne, Rhythmen und Klänge zu hören», erklärt Jacqueline Brack Lees, «das Leben besteht aus Musik». Dies durften die Teilnehmer der Sommerakademie unter anderem auf einem Ausflug auf die Alp Tesel erleben. Sie hörten Kuhglocken, Murmeltiere und sangen Naturjodel.

«Diese Kinder spielen unglaublich gern und viel Musik den ganzen Tag», staunt sie selbst. Freiwillig, mit viel Freude und Enthusiasmus.

Das Resultat der intensiven Übungswoche präsentieren sie morgen Samstag beim Abschlusskonzert.

In unterschiedlichen Formationen üben die jungen Talente im Schloss Werdenberg für das Konzert.

In unterschiedlichen Formationen üben die jungen Talente im Schloss Werdenberg für das Konzert.