Das Hoch Ulrike bringt beinahe Sommerwetter

Shorts statt Wollmützen, Velo pumpen statt Ski wachsen, Grillwürste statt Weihnachtsguetsli: Milde Temperaturen beherrschten am Wochenende das Wetter. In der Ostschweiz wurden die Rekorde allerdings nicht gebrochen.

Alessia Pagani
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Sonnenanbeter auf den Drei Weihern entledigen sich ob der milden Witterung ihrer Kleidung. (Bild: Michel Canonica)

Sonnenanbeter auf den Drei Weihern entledigen sich ob der milden Witterung ihrer Kleidung. (Bild: Michel Canonica)

Das Hochdruckgebiet Ulrike hat in den vergangenen Tagen für ungewöhnlich milde Temperaturen bis zu 20 Grad und viele Sonnenstunden gesorgt. Strahlend blauer Himmel und frühlingshaft warme Temperaturen zogen am Wochenende Spaziergänger, Gärtner und andere Sonnenanbeter gleichermassen in der Ostschweiz ins Freie. Nicht nur in den Höhenlagen sind Traumtemperaturen verzeichnet worden. Schweizweit wurden Rekorde geknackt, so beispielsweise in Basel, wo die 89jährige Marke von 21,9 Grad gebrochen wurde.

Ohne Föhn und dank Wolken

Eine solche Anfang November eintretende Schönwetterperiode wird umgangssprachlich als Martini-Sommer bezeichnet und ist an sich nichts ungewöhnliches. Heuer ist das Phänomen aber ausgeprägter: «Normalerweise sind auch während dieser Wetterlage die Temperaturen im Flachland tiefer», sagt Klaus Marquardt, Meteorologe bei Meteo News. «Es ist speziell, dass sogar ohne Föhn solche Temperaturen herrschen», so Marquardt.

Keine Rekordwerte in St. Gallen

Er möge sich an kein vergleichbares Jahr erinnern. Dass in der Nacht von Freitag auf Samstag der Himmel bewölkt war, habe die milden Samstags-Temperaturen zusätzlich begünstigt, sagt Marquardt. So konnte die ganze Ostschweiz von milden Temperaturen profitieren. In der Stadt St. Gallen wurden am Samstag beispielsweise Höchstwerte von 16,4 Grad gemessen. Der Sonntag zeichnete sich mit vergleichbaren Werten aus. Dies ist aber weit entfernt vom Wert vom 5. November 1994. Damals wurden in der Gallusstadt 21,4 Grad gemessen.

Säntisrekord egalisiert

Der Rekordwert auf dem Säntis von Anfang November 1992 von elf Grad wurde am Sonntag zumindest egalisiert. Ulrike sorgte vor allem in höheren Lagen ab 1000 Metern für Traumwetter. Mehrere Messstationen registrierten die höchsten je gemessenen Novembertemperaturen. Sonnenanbeter haben indes Grund zur Freude: Die Wetterprognosen verheissen für nächste Woche ebenso schönes und mildes Herbstwetter. Nur der Nebel könnte den Start in den Tag mancherorts trüben.