Das Bundesgericht erachtet ein Bordell in der Kernzone als zonenkonform

MAIENFELD. Die Stadt Maienfeld erhält ein Etablissements für sexuelle Dienstleistungen mitten in der Kernzone. Die Stadt und insgesamt 14 weitere Personen, die um den kleinstädtischen Charakter fürchteten, sind mit einer Beschwerde gegen die Einrichtung vor Bundesgericht abgeblitzt.

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MAIENFELD. Die Stadt Maienfeld erhält ein Etablissements für sexuelle Dienstleistungen mitten in der Kernzone. Die Stadt und insgesamt 14 weitere Personen, die um den kleinstädtischen Charakter fürchteten, sind mit einer Beschwerde gegen die Einrichtung vor Bundesgericht abgeblitzt.

Somit kann ein ehemaliges Geschäftslokal im Parterre eines Gebäudes in der Kernzone umgebaut werden. In drei Räumen sollen in Zukunft während maximal sechs Stunden pro Tag erotische Dienstleistungen angeboten werden.

Gesunde Mischung erhalten

Die Gemeinde hatte zwar eine entsprechende Bewilligung abgelehnt und Einsprachen gegen das Projekt gutgeheissen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hiess jedoch eine Beschwerde gegen diesen Entscheid gut und wies die Sache somit zur Neuentscheidung zurück.

Damit wollten sich Stadt und Anwohner aber nicht zufriedengeben und zogen den Entscheid ans Bundesgericht weiter. Sie argumentierten, dass das betroffene Gebiet einen kleinstädtischen Charakter habe. Es weise eine gesunde Mischung von Wohnnutzung und damit verträglichen Gewerbebetrieben auf. Diese dienten der Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen für den täglichen Bedarf.

Wohnen und Gewerbe

Das Gebiet ist jedoch Teil einer Kernzone, für das keine Quote bezüglich der Wohnnutzung besteht. Somit hat diese gemäss Bundesgericht keinen Vorrang gegenüber einer gewerblichen Nutzung. So müssen die Anwohnerinnen und Anwohner die Ansiedlung von mässig störenden Betrieben dulden, wie bereits das Verwaltungsgericht entschieden hatte. Sie könnten nicht darauf vertrauen, dass die Quartierstruktur unverändert bleibe, heisst es in der Argumentation weiter. (sda)

Urteile 1C_499/2014 und 1C_503/2014 vom 25. März 2015