Das Auto wintertauglich machen

Die Wintermonate stehen an und somit auch der Reifenwechsel am Auto. Das Telefon läutet bei den Autowerkstätten ununterbrochen, und bei vielen Betrieben sind die kommenden Pneuwechseltage bereits ausgebucht.

Melanie Steiger
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Ramon Lorenz bereitet den Beetle vom W&O in der Amag auf den Winter vor. (Bild: Melanie Steiger)

Ramon Lorenz bereitet den Beetle vom W&O in der Amag auf den Winter vor. (Bild: Melanie Steiger)

REGION. Bei den regionalen Autowerkstätten klingeln die Telefone im Fünfminutentakt. Viele Autofahrer möchten an ihren Fahrzeugen in nächster Zeit Winterpneus montieren lassen. Um nicht vom ersten Schneefall im Tal überrascht zu werden, soll das Fahrzeug rechtzeitig wintertauglich sein. Damit das Tagesgeschäft der Garagen nicht vernachlässigt wird, haben sie sogenannte Pneuwechsel-Tage ab Samstagen im Oktober und November eingeführt. Jedoch gibt es immer noch viele Fahrzeughalter, welche die Sommerreifen erst auswechseln, wenn der erste Schnee im Tal liegt.

Vorbereiten auf den Ansturm

Die Autorama in Buchs bereitet sich darauf vor, am Pneuwechsel-Tag so viele Reifen wie möglich zu wechseln. Auch die Kühnis Garage in Grabs ist startklar. «In fünfzehn Minuten wechseln wir an zwei Fahrzeugen die Reifen, um dann gleich die nächsten in Empfang zu nehmen», erklärt Werner Schlegel. Die meisten Tage sind bereits ausgebucht. «Am Pneuwechseltag montieren wir in der Amag bei etwa 100 Autos die Reifen», berichtet Adrian Marti. Ein Lager an Pneus legt sich die Sulser Garage in Buchs zu, so sind sie optimal auf die angemeldeten Kunden vorbereitet.

Ganzjahrespneus bieten die hiesigen Werkstätten auf Kundenwunsch an, obwohl sie diese nicht empfehlen. Alle Betriebe sind sich einig, dass die Ganzjahresreifen ein Kompromiss und ein «weder noch» seien. «Es gibt keinen Pneu, der alles kann. Dasselbe Gummigemisch kann nicht bei 30 Grad im Sommer und Minustemperaturen im Winter standhalten», erläutert Adrian Eggenberger von der Garage Sulser. Auch bei der Amag wird dieser Pneu nicht empfohlen: «Wenn ein Pneu das ganze Jahr über drauf soll, dann höchstens der Winterpneu. Denn die Ganzjahrespneus haben einen deutlich längeren Bremsweg», so Marti.

Kürzen der Leistungen

Falls der Winter doch früher hereinbricht als angenommen, sollte man das Auto stehen lassen. Denn ein Unfall im Winter mit Sommerreifen gilt bei den Versicherungen als grobe Fahrlässigkeit. Die Allianz übernimmt dann teilweise nur zwanzig Prozent von den Unfallkosten. Je nach Fall muss der Unfallverursacher sogar die gesamten Kosten des Schadens übernehmen. Ähnlich handhabt dies auch die Zürich Versicherung. Jeder Fall werde individuell behandelt und ein Experte hinzugezogen. Auch spiele das Profil der Reifen eine Rolle. Unter einem Bonusschutz kann die grobe Fahrlässigkeit bei der Mobiliar ausgeschlossen werden. So fallen für den Unfallverursacher keine Kosten an – ausser bei der Einnahme von Alkohol und Drogen. Doch rät die Versicherung dazu, die Fahrzeuge frühzeitig wintertauglich zu machen.

Eigenverantwortung des Fahrers

Im Gegensatz zum Nachbarland Österreich gibt es in der Schweiz kein Gesetz, zu welchem Zeitpunkt Winterpneus obligatorisch sind. Daher empfiehlt die Kantonspolizei, diese von Oktober bis Ostern montiert zu lassen. «Allgemein gilt, dass das Fahrzeug mit sicherer Ausrüstung unterwegs sein muss», erläutert Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli auf Anfrage des W&O. Zudem kann bei einer Polizeikontrolle die Weiterfahrt aufgrund von Sommerreifen untersagt werden.

Bei einem Unfall im Winter mit Sommerpneus wird dies im Rapport vermerkt und je nach Sach- und Personenschaden das Strafmass gefällt. «Erfahrungsgemäss haben Autofahrer Mühe, sich an neue Situationen anzupassen. Beim ersten Schneefall im Tal kommt es zu deutlich mehr Unfällen als sonst», so Rezzoli. Dies begründet er damit, dass viele Fahrer sich nicht auf die Verhältnisse einstellen und das Tempo nicht den Witterungsbedingungen anpassen würden.