Das Aufwertungsprojekt Burghügel ist auf Kurs

WARTAU. Rebberge mit Steinlinsen und Trockenmauern, Magerwiesen, lichter Wald – der Wartauer Burghügel ist ein vielfältiger und wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Ein ökologisches Aufwertungsprojekt zeigt nachhaltige Wirkung, schreibt die Politische Gemeinde Wartau in einer Medienmitteilung.

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Blick auf den oberen Burghügel in Wartau mit Bürgerwingert, sanierten Trockenmauern und Wald. Er bietet zahlreichen Tagfaltern und Reptilien einen Lebensraum. (Bild: Ökobüro Hugentobler AG)

Blick auf den oberen Burghügel in Wartau mit Bürgerwingert, sanierten Trockenmauern und Wald. Er bietet zahlreichen Tagfaltern und Reptilien einen Lebensraum. (Bild: Ökobüro Hugentobler AG)

WARTAU. Rebberge mit Steinlinsen und Trockenmauern, Magerwiesen, lichter Wald – der Wartauer Burghügel ist ein vielfältiger und wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Ein ökologisches Aufwertungsprojekt zeigt nachhaltige Wirkung, schreibt die Politische Gemeinde Wartau in einer Medienmitteilung.

Unter der Trägerschaft der Politischen Gemeinde und der Ortsgemeinde Wartau läuft seit nunmehr 15 Jahren rund um den Burghügel ein Projekt zur landschaftlichen und ökologischen Aufwertung. An südexponierter Hanglage wurde ein Bürgerwingert angelegt, der naturnah bewirtschaftet wird. Im Wingert und in der Umgebung wurden Trockenmauern saniert, Steinlinsen gebaut, Brachflächen wieder in Wiesen zurückverwandelt, Extensivwiesen geschaffen und Wälder aufgelichtet. Ein Grossteil der Aufwertungsmassnahmen wurde 2003/04 umgesetzt. Bis 2008 folgten ergänzende Massnahmen, wie beispielsweise die Erweiterung des Bürgerwingerts oder die Beweidung eines aufgelichteten Waldstücks mit Ziegen. Wie botanische und faunistische Erhebungen im letzten Sommer zeigten, hat sich die Mühe gelohnt. Der Wartauer Burghügel hat sich zu einem wertvollen und vielfältigen Lebensraum entwickelt.

Ein Paradies für Tagfalter

Die Magerwiesen am Burghügel sind ein wahres Tagfalter-Paradies. Auch anspruchsvollere, seltene Arten sind dort regelmässig und in bemerkenswerter Anzahl anzutreffen. Der stark gefährdete Rote Scheckenfalter beispielsweise zeigt eine enge Bindung an Trockenwiesen, fliegt neu aber auch im Bürgerwingert. Der Falter profitiert vom zurückhaltenden Schnittregime und dem damit verbundenen üppigen Blütenangebot. Das schlichter gefärbte, ebenfalls seltene Blauauge besiedelt den gleichen Lebensraum. Als Raupenfutterpflanze dient die Aufrechte Trespe – ein häufiges Gras auf den Trockenwiesen des Burghügels, das auch im neuen Wingert wächst.

Reptilien profitieren

Der Bürgerwingert mit seinen Trockenmauern und Steinlinsen bietet Reptilien ideale Bedingungen. Nach wie vor ist die Schlingnatter am Burghügel anzutreffen. Diese kleinste einheimische Schlangenart ist ungiftig und im Mittelland vom Aussterben bedroht. Sie ernährt sich hauptsächlich von anderen Reptilienarten, die ihrerseits selten sind. Dank der grossen Blindschleichenpopulation steht ihr am Burghügel ausreichend Nahrung zur Verfügung. Als dritte Reptilienart ist die Zauneidechse nachgewiesen.

Ziegen halten Flächen frei

Im Rahmen der Bestandesaufnahmen 2015, die grosszügig von der Ortsgemeinde Wartau unterstützt worden sind, wurde auch die Vegetation auf der Weidefläche des Ochsenbergs untersucht.

Die Entwicklung der entbuschten Bereiche verläuft überwiegend positiv. Die Ziegen halten die Fläche erfolgreich frei von Gehölzen, und die erhoffte Einwanderung von Magerwiesenpflanzen hat bereits begonnen, schreibt die Gemeinde in der Mitteilung weiter. (wo)

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