Das Alltagsleben erlernen

Am wöchentlichen Frauentreff für fremdsprachige Ausländerinnen in Azmoos wird einerseits Deutsch gelernt. Thematisiert werden aber auch Traditionen und Tips für das Alltagsleben.

Heidy Beyeler
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Maria-Theres Flury (links) wird beim Unterrichten der deutschen Sprache von Mirva Kekkonen tatkräftig unterstützt, während die Teilnehmerinnen aufmerksam zuhören – aber auch Fragen stellen. (Bild: Heidy Beyeler)

Maria-Theres Flury (links) wird beim Unterrichten der deutschen Sprache von Mirva Kekkonen tatkräftig unterstützt, während die Teilnehmerinnen aufmerksam zuhören – aber auch Fragen stellen. (Bild: Heidy Beyeler)

REGION. In der Region Werdenberg gibt es neben Sennwald, Buchs und Sevelen neu seit August auch in Azmoos einen wöchentlichen Frauentreff. Dieser ist ein Angebot der Stiftung Mintegra und wird von den Gemeinden, Kirchgemeinden oder im Fall von Azmoos vom Frauenverein unterstützt. Der erste Mintegra-Frauentreff im Werdenberg wurde bereits 2004 ins Leben gerufen.

Sonderfall Azmoos

Für die Durchführung und die Leitung des Frauentreffs fremdsprachiger Ausländerinnen in Azmoos stehen freiwillige Frauen aus dem ökumenischen Frauenverein Azmoos ein. Der Beitrag, den sie für ihren Einsatz von der Stiftung Mintegra erhalten, fliesst direkt in die Kasse des Frauenvereins.

«Dieses Geld ist ausschliesslich für die Hilfe von Migrantenfamilien reserviert», wie Kassierin Esther Gaberthüel auf Anfrage erklärt. Sie nennt ein Beispiel, wofür es eingesetzt wird: «Wenn die finanziellen Mittel einer Familie für den Kauf einer Winterjacke für ein Kind nicht reicht, dann sind wir da, um zu helfen.»

Bei den wöchentlichen Begegnungen treffen sich Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern. Dort haben sie einerseits Gelegenheit, Deutsch zu lernen und zu üben, andererseits die Tradition und das Alltagsleben in der Schweiz kennenzulernen.

Aus verschiedenen Ländern

Beim Besuch des Frauentreffs im reformierten Kirchgemeindehaus Azmoos sind am Mittwochmorgen fünf Frauen anwesend, mit denen Leiterin Maria-Theres Flury Deutsch lernt. Ihr zur Seite steht Mirva aus Finnland.

Bei der Begrüssung stellten sich die fünf Frauen persönlich vor. Dilek ist seit einem Jahr in der Schweiz und kommt aus der Türkei beziehungsweise Griechenland. Natassia ist schon fünf Jahre in der Schweiz und kommt aus Weissrussland. Kalaivani weilt bereits 14 Jahre in unserem Land und stammt aus Sri Lanka. Die beiden Portugiesinnen Susanna und Manuela sind erst seit wenigen Monaten in der Schweiz.

Unterstützung durch Erfahrung

Mirva kam vor 16 Jahren in die Schweiz. Sie lebte anfänglich in der Romandie, später zog sie mit ihrem finnischen Ehemann in die Ostschweiz. Inzwischen haben die beiden die Schweizer Staatsbürgerschaft erworben. Mirva wurde vom Frauenverein angefragt, ob sie bereit wäre, die Leiterin bei der Arbeit im Frauentreff zu unterstützen. Sie spricht sehr gut Deutsch und hat sich bei der Kinderkleiderbörse schon öfter engagiert. «Ich hatte in der Schule – in Finnland – bereits zwei Jahre Deutschunterricht», begründet sie ihre guten Sprachkenntnisse.

Beim Frauentreff betreut sie unter anderen Kleinkinder von Frauen, die am wöchentlichen Treffen teilnehmen. So können sich die lernwilligen fremdsprachigen Frauen beim Erlernen der deutschen Sprache voll konzentrieren. «Ich kümmere mich beispielsweise um den wenige Monate alten Säugling einer Frau aus China während der zweieinhalb Stunden, in denen die Mutter am Kurs teilnimmt», nennt Mirva ein Beispiel.

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