CVP-Frauen zeigen sich offensiv

An der HV der CVP-Frauen Kanton St. Gallen und der CVP-Frauen Stadt St. Gallen herrschte zuversichtliche Stimmung. Die Frauen rüsten sich mit Überzeugung für den bevorstehenden Wahlkampf.

Heidy Beyeler
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SALEZ. Als Veranstaltungsort wählten die CVP-Frauen das Landwirtschaftliche Zentrum LZSG Rheinhof in Salez – wohl bewusst im Hinblick auf die Nationalratswahlen, für welche die Präsidentin des Kantonalen Bäuerinnenverbandes St. Gallen, Barbara Dürr, kandidiert.

Etwa zehn Prozent Frauen

Markus Hobi, Leiter LZSG, begrüsste die CVP-Frauen und stellte ihnen das Bildungszentrum und seine Strukturen vor. Nicht ohne Stolz erwähnte er die wertvolle Ausbildung für Landwirte, die dafür sorgen, dass die Landschaftsqualität erhalten beziehungsweise verbessert wird. «Es gibt keine arbeitslosen Jungbauern, auch wenn sie nach ihrer Ausbildung den elterlichen Betrieb nicht sofort übernehmen können.»

Landwirte seien begehrte Arbeitskräfte. Erfreulich sei auch, dass – trotz schwierigem Umfeld – zusehends Frauen den Mut hätten, die Ausbildung zur Landwirtin an die Hand nehmen, sagte Hobi. «Inzwischen seien in den Ausbildungskursen etwa 10 Prozent Frauen anzutreffen. Allerdings würden nur etwa drei bis vier Prozent von ihnen danach als Landwirtinnen arbeiten.

Aussichtsreiche Kandidatin

Nationalratskandidatin Barbara Dürr bestätigte die relativ geringe Anzahl der Frauen, welche sich für die Ausbildung zur Landwirtin entscheiden. Die meisten würden in der Folge die BMS absolvieren, um sich danach einer weiterführenden Ausbildung zuzuwenden. «Einige arbeiten als Betriebsleiterin.»

Es gebe für Frauen aber auch weitere, interessante Bildungsmöglichkeiten – sowohl für Bäuerinnen wie auch für Landfrauen, die sehr frauenfreundlich seien, weil sie in Form von Modulen angeboten werden und damit eine gute Alternative bieten für Frauen, die vorerst einmal für die Familien da sein wollen, aber den Wiedereinstieg ins Berufsleben nicht verpassen möchten.

Es gebe auch Frauen, «die gerne z Alp gehen und diese strenge Arbeit hervorragend bewältigen», anerkennt Barbara Dürr.

Beeindruckender Anlass

Martha Storchenegger, Präsidentin CVP-Frauen Kanton St. Gallen, erinnerte an die im März stattgefundene DV der CVP-Frauen Schweiz im Sarganserland. Es sei ein energiegeladener Anlass gewesen, der in Erinnerung bleiben werde. Lucrezia Meier-Schatz wehte im Sarganserland ein grosser Respekt entgegen, als sie sagte: «Wir müssen aufpassen, dass Frauenthemen nicht verdrängt werden.»

An der Versammlung vom Donnerstagabend war spürbar, dass von Seiten der CVP-Frauen bedauert wird, dass die Nationalrätin aus dem Toggenburg sich für die bevorstehenden Wahlen nicht mehr zur Verfügung stellt. Mit den präsentierten Anlässen der CVP-Frauen Kanton St. Gallen, die für das laufende Jahr geplant sind, zeigen die Macherinnen, dass sie offensiv mit attraktiven Themen auf sich aufmerksam machen wollen – und wohl auch müssen. Zukunftsstrategien, Netzwerke und Generationenprojekte werden in den nächsten Monaten thematisiert.

Vilters statt Götzis?

In der allgemeinen Umfrage erkundigte sich ein kritisches CVP-Mitglied, weshalb im November ein Besuch im Haus der Generationen in Götzis (Vorarlberg) geplant sei? «Warum besuchen wir nicht das Generationenhaus in Vilters? Warum müssen wir ins Ausland gehen, wenn wir in unserem Kanton bereits gute Beispiele haben?» Martha Storchenegger versicherte aufgrund dieses Vetos, dass die Möglichkeit für einen Besuch in Vilters eine Option sei, man werde das abklären.