Cool genug für ein heisses Hobby

Viele Feuerwehren haben Mühe, ihre Bestände zu halten und neue junge Feuerwehrleute zu rekrutieren. Nicht so im Werdenberg. Hier halten sich Zu- und Abgänge an Einsatzkräften die Waage.

Katharina Rutz
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Keine Nachwuchssorgen beim Werdenberger Feuerwehrverband hier an einem Kurs der Neueingeteilten in Sevelen in diesem Jahr. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Keine Nachwuchssorgen beim Werdenberger Feuerwehrverband hier an einem Kurs der Neueingeteilten in Sevelen in diesem Jahr. (Bild: Hansruedi Rohrer)

REGION. «Zum freiwilligen Feuerwehrdienst melden sich kaum noch Freiwillige», titelt die Ostschweiz am Sonntag vom 11. Oktober. Deshalb müssen sich die regionalen Feuerwehren aktiv um Nachwuchs bemühen. Das tun auch die Werdenberger Feuerwehren, wie Marcel Senn, Präsident des Werdenberger Feuerwehrverbandes, gegenüber dem Werdenberger & Obertoggenburger bestätigt. Allerdings herrscht im Werdenberg keine Notsituation in Sachen Feuerwehrnachwuchs. «Bei uns melden sich immer genügend Frauen und Männer zum Dienst», sagt er.

Die Feuerwehren der Region Werdenberg zählen insgesamt rund 360 Feuerwehrleute. Der jährliche Abgang sei sehr unterschiedlich, belaufe sich aber auf rund 10 Prozent. Etwa so viele Personen würden sich auch jährlich neu melden. «Es gibt Jahre mit weniger Zugang, und dann meldet sich aber auch wieder eine ganze Clique mit fünf oder sechs Personen», so Senn. Über die Jahre hat sich so der Bestand in der Region Werdenberg stabilisiert.

Über die Gründe, warum es in Sachen Nachwuchs den Werdenberger Feuerwehren besser geht als anderen, kann Marcel Senn nur spekulieren. «Wir haben gute Feuerwehren und die Mund-zu- Mund-Propaganda funktioniert.» Auch den Arbeitgebern spricht Marcel Senn ein Lob aus: «Es gibt nie ein Problem, dass die Feuerwehrleute nicht zu Einsätzen könnten».

Werbung zahlt sich aus

Doch auch der Werdenberger Feuerwehrverband wirbt ständig um neue Feuerwehrleute mit dem Motto «Cool genug für ein heisses Hobby». Am 11. November findet beispielsweise in jedem Feuerwehrdepot der Region ein Informationsabend statt, bei dem der Feuerwehrdienst vorgestellt wird.

Dann war die Feuerwehr dieses Jahr an der Wiga mit einer Sonderschau präsent. Viele Feuerwehren seien auch im Internet gut vertreten, sei dies mit Webseiten oder auf Facebook. Wieder andere halten sich an traditionellere Werbung und würden Briefe versenden oder auf der Strasse werben.

Die Wiga-Schau war auch bei den Kindern sehr beliebt. «220 Kinder haben wir durch den Stand geführt», sagt Marcel Senn. Deshalb sei nun auch wieder das Thema Kinderfeuerwehr etwas mehr ins Zentrum gerückt. Bisher gibt es keine im Werdenberg. «Einerseits ist es sehr aufwendig, denn eigentlich muss dann nochmals eine Feuerwehr geführt werden. Andererseits ist es immer wieder ein Thema», sagt Senn. Jugendförderung betreiben die Werdenberger Feuerwehren aber dennoch. «Kindergärten und Schulen können uns besuchen, wenn sie das Thema Feuerwehr behandeln. Zudem haben wir auch immer ein Angebot beim Ferienspass.»

Einsatz lohnt sich

Grundsätzlich werden für die Feuerwehr junge und flexible Frauen und Männer gesucht. «Körperliche Fitness ist genauso wichtig wie Belastbarkeit, Teamgeist und Sozialkompetenz», beschreibt Senn. Denn als Angehöriger der Feuerwehr stehe man bisweilen Extremsituationen gegenüber. Helfen zu können, mache aber auch stolz. Von der Ausbildung bei der Feuerwehr könne man auch privat profitieren: «In der Feuerwehr lernt man, wie man sich in Notsituationen richtig verhält», sagt Senn.

Der «obligatorische» Feuerwehrdienst dauert 25 Jahre. Einige Feuerwehrleute bleiben aber auch länger.