CHUR/TRÜBBACH: Studierende erhalten Anerkennung

Im Zuge der Zentrumsentwicklung von Herisau haben Architekturstudierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur Projektstudien erstellt. Die beste Arbeit lieferte Michael Wagner aus Trübbach.

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Fredi Bürke (AG für städtisches Wohnen) übergibt den Architekturstudierenden der HTW Chur einen Check über 5000 Franken für die Klassenkasse. Der Gewinner, Michael Wagner aus Trübbach, ist der Zweite von rechts in der mittleren Reihe. (Bild: PD)

Fredi Bürke (AG für städtisches Wohnen) übergibt den Architekturstudierenden der HTW Chur einen Check über 5000 Franken für die Klassenkasse. Der Gewinner, Michael Wagner aus Trübbach, ist der Zweite von rechts in der mittleren Reihe. (Bild: PD)

Für Ersatzbauten in der denkmalpflegerisch sehr wertvollen barocken Holzarchitektur erstellten Bachelorstudierende mit Vertiefung Architektur der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur Projektstudien. Begleitet durch die Dozenten wurden verschiedene Ansätze für einen Ersatzbau an der Schmiedgasse in Herisau entwickelt. Die Arbeiten überzeugten die Investoren und Eigentümerinnen und Eigentümer. Als Anerkennung der realistischen und ausgereiften Vorschläge übergab Auftraggeber Fredi Bürke der AG für städtisches Wohnen St. Gallen den Studierenden einen Check über 5000 Franken für die Klassenkasse.

Die Schmiedgasse war eine der vier Hauptachsen Herisaus, welche aus Südwesten kommend den Dorfhauptplatz vor der evangelisch-reformierten Kirche erschlossen haben. Das Quartier Sandbühl grenzt im obersten Bereich an die Schmiedgasse an. Der versteckte Platz Sandbühl ist gefasst durch die Rückseite der Häuser Schmiedgasse, durch die Rückseite der umliegenden grossvolumigen Verwaltungsbauten und dem leer stehenden Polizeiposten.

Drei Schwerpunkte im Fokus

Mit diesen Informationen über die Situation bestückt, machten sich 13 Architekturstudierende der HTW Chur an die Semesterarbeit. Hintergrund der Aufgabe bildet der Ort und seine Geschichte sowie die Frage nach einer zeitgemässen konstruktiven Antwort bei einem Abbruch und Neubau. Drei Schwerpunkte standen im Fokus: eine hohe Qualität von altersgerechten Wohnungen mit Aussenraum, eine interessante Antwort für die Erdgeschossnutzung Höhe Schmiedgasse sowie die konstruktive Umsetzung im Sinne «Arbeiten mit dem Bestand – zeitgemässe Antworten auf das städtische Appenzellerhaus». Über diesen architektonischen Anforderungen stand die Machbarkeit in Bezug auf hohe Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die Sicherstellung der Bewilligungsfähigkeit sowie dem Einhalten der baurechtlichen Anforderungen. Als Auftraggeberin fungierte die AG für städtisches Wohnen (AGSW), St. Gallen.

Michael Wagner wird das Projekt weiterbearbeiten

Zwischen September 2016 und Januar 2017 entstanden, betreut durch den Dozenten Robert Albertin und Professor Christian Wagner, 13 unterschiedliche Arbeiten. Eine Expertengruppe bewertete und jurierte, gleich einem Architekturwettbewerb, anlässlich der Schlusspräsentation im Februar 2017 im «Atelier» der Bündner Fachhochschule die studentischen Projekte. In der Diskussion über die konstruktive und baurechtliche Machbarkeit, Vor- und Nachteile im architektonischen Ausdruck, das Erscheinungsbild gegen die Schmiedgasse, die Materialisierung und weitere Aspekte wurden die Projekte bewertet.

Oben aus schwang die Arbeit Michael Wagner aus Trübbach, welcher als Entwickler das Projekt weiterbearbeiten wird. Professor Christian Wagner erläuterte: «Die Projektarbeiten verknüpfen die architektonisch-gestalterischen Anforderungen im denkmalpflegerisch geschützten Ortskern von Herisau mit handfesten konstruktiven Lösungsvorschlägen. Diese Verknüpfung von Entwurf und Konstruktion zeichnet die Architekturausbildung an der HTW Chur ganz speziell aus.»

Als Auftraggeber war es Fredi Bürke der AG für städtisches Wohnen wichtig, sich bei allen Studierenden für ihre Energie und ihr Engagement zu bedanken. «Das gelungene Verbinden des Traditionellen mit der Moderne, die sehr realistischen Arbeiten und die intensive Auseinandersetzung mit der vielseitigen Aufgabe hat mich sehr beeindruckt.» (pd)