Chippen ist nicht «für die Katz»

Dank eines Mikrochips können Tiere unverwechselbar identifiziert werden. Was bei Hunden längst obligatorisch ist, kommt zurzeit erst bei jeder zehnten Katze zur Anwendung. Im November organisieren die Tierärzte eine Spezialaktion.

Corinne Hanselmann/Pd
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Mit dem Mikrochip-Lesegerät können Katzen identifiziert werden, wenn sie beispielsweise weggelaufen oder Opfer eines Unfalls geworden sind. (Bild: Nana do Carmo)

Mit dem Mikrochip-Lesegerät können Katzen identifiziert werden, wenn sie beispielsweise weggelaufen oder Opfer eines Unfalls geworden sind. (Bild: Nana do Carmo)

REGION. Tausende Haustiere verschwinden Jahr für Jahr spurlos, rund 80 Prozent davon sind Katzen. Werden diese andernorts aufgegriffen, etwa als zugelaufene Katze oder als verletztes oder totes Unfallopfer, können sie anhand eines Mikrochips eindeutig identifiziert werden. Bei der Tierdatenbank Animal Identity Service (Anis) sind die dazugehörigen Kontaktdaten des Tierbesitzers und Angaben zum Tier gespeichert. Der Chip in der Grösse eines Reiskorns ermöglicht es, umgehend Kontakt mit dem Besitzer aufzunehmen, der sich vielleicht grosse Sorgen um seinen Stubentiger macht.

Herkömmliche Halsbänder und Anhänger mit Adressangaben bleiben oft an Zweigen und Ästen hängen und können eine Gefahr für die Katze bedeuten. Der Mikrochip ist in dieser Hinsicht unproblematisch.

Problemlose Implantierung

«Der Mikrochip wird dem Tier am Hals auf der linken Seite unter die Haut implantiert», erklärt Tierarzt Adrian Schweizer von der Praxis Kreuzberg in Gams, «im Normalfall wird das von der Katze problemlos toleriert, es geht auch sehr schnell, ohne Narkose, und kann während einer normalen Konsultation gemacht werden». Anschliessend wird mit dem Lesegerät getestet, ob der Chip funktioniert und die Angaben zu Tier und Besitzer werden in der Datenbank registriert. «Man hofft natürlich, dass man den Chip nie braucht. Aber wenn doch, dann ist man froh darum», so Schweizer.

Viele Tierheime, Polizeiposten, aber auch Werkhöfe und Tierkörpersammelstellen sind mittlerweile mit entsprechenden Lesegeräten ausgerüstet. Noch werden tot aufgefundene Katzen aber nicht systematisch auf einen Chip untersucht. Dies durchzusetzen ist erklärtes Ziel der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST).

50 bis 60 Franken im November

Im Gegensatz zu den Hunden, bei denen Identifizierung und Registrierung obligatorisch sind, wurden bisher in der Schweiz nur ungefähr zehn Prozent der Katzen elektronisch gekennzeichnet. Deshalb organisiert die GST im November eine Aktion für die elektronische Kennzeichnung, damit entlaufene Samtpfoten schneller zu ihren «Herrchen und Frauchen» zurückfinden. Während des Aktionsmonats gewähren die Tierärzte einen Rabatt und das Chippen einer Katze kostet inklusive Registrierung rund 50 bis 60 Franken anstatt 70 bis 80 Franken. Die meisten Tierärzte beteiligen sich an dieser Spezialaktion.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Auch Tierarzt David Sutter aus Buchs empfiehlt das Chippen: «Der Hauptgrund ist sicherlich das Auffinden des Besitzers bei weggelaufenen, verletzten oder sogar toten Katzen. Die Chiptechnik hat sich aber in der Zwischenzeit weiterentwickelt. So gibt es schon chipgesteuerte Katzentüren, die nur Tieren mit den programmierten Chipnummern Einlass gewähren. Fremde Katzen bleiben so ausserhalb des Hauses.» Es gebe auch chipgesteuerte Fütterungsstationen, bei denen nur die einprogrammierten Katzen fressen können. Fremde Tiere erhalten nichts und Katzen, die beispielsweise aufgrund eines Nierenleidens ein Spezialfutter benötigen, können entsprechend gefüttert werden.