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CHÄSERRUGG: Ein kleiner Wermutstrofen bleibt

Mit dem Wandelkonzert der Schlossmediale ging es dieses Jahr hoch hinaus – auf über 2200 Meter Höhe. Eine grosse Überraschung gab es für die Besucher bereits auf der Fahrt hinauf zum Gipfel.
Heidy Beyeler

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch

Bereits auf der Fahrt zum Iltios wurden die Konzertbesucher mit archaischen Klängen auf den Abend eingestimmt. Kaum kam die Standseilbahn in Fahrt, ertönten aus der «Konserve» Klänge – Alpenklänge könnte man sie nennen. Es hörte sich an, als ob der deutsche Künstler Erwin Stache diese Klangmomente auf dem Toggenburger Klangweg eingefangen hätte. Zumindest passten sie genau in Hügel dieser Klangwelt. Bei der zweiten Etappe in der Kabine der Luftseilbahn zum Chäserrugg wurden die Gäste mit klangvollem Naturjodel des Jodlerterzetts Herrsche/Looser aus Ebnat-Kappel begrüsst.

Am Ziel angekommen, gab es ausreichend Zeit, das imposante Gipfelgebäude von innen und aussen zu bewundern oder einfach die einzigartige Aussicht in alle Himmelsrichtungen zu geniessen, bevor die Mitarbeitenden des Gasthauses die über hundert Besucher äusserst freundlich begrüssten und zur Stärkung Chässpätzli mit Apfelmus anboten.

Gute Stimmung und grosse Neugierde

Wer dem Eröffnungskonzert der Schlossmediale beiwohnte, wusste, dass die Beiträge der angesagten Avantgarde-Band Steamboat Schwitzerland (Dampfschiff Schweiz) von hoher Klasse sein würden. Komponist Michael Wertmüller schrieb ebenfalls ein bewundernswertes Stück für das Eröffnungskonzert. Was die Gäste nicht erahnen konnten, war, dass sich die Lautstärke auf dem Chäserrugg auf einem gesundheitsgefährdenden Niveau bewegte, wie Martin Klöti, Regierungsrat Departement des Innern, nach dem Konzert zu bedenken gab. In einem solchen Fall hätte man im Vorfeld den Schallpegel im geschlossenen Raum durch einen Soundcheck überprüfen müssen, oder man hätte den Gästen Oropax’ zur Verfügung stellen können. Die Musik der Gruppe Steamboat Switzerland war unbestritten gut – auch die Rhythmik, welche die Musiker beispielsweise beim «Impro» an den Tag legten. Nur – die Lautstärke war des Guten zu viel. Nicht wenige Gäste schützten ihre Ohren mit den Händen, weil die Lautstärke für sie schlichtweg nicht auszuhalten war. Das war ein echter Wermutstropfen, zumal mit etwas abgedämpfter Musik das Konzert wirklich geniessbar gewesen wäre. Nach dem Konzert war schliesslich die Lautstärke von Steamboat unter den Gästen ein ernsthaftes Thema. Zwar wurde diese Gruppe angekündigt mit den Worten: «Diese Band ist ein Ereignis – laut, schnell und energiegeladen.» Ja, sie war für viele laut – zu laut.

Eine wahre Erholung für die Ohren

Die Beiträge der Schweizerin Nadja Räss und der Griechen Eleni Irakleaous (Gesang) und Panagiotis Tsappis (Nay-Flöte), wirkten dabei wie Balsam für die Ohren. Nadja Räss, Garantin für astreinen Naturjodel, entzückte mit ihrer glasklaren Stimme einmal mehr auf hohem Niveau. Sie ist eine hervorragende Jodlerin, die sich auch bei diesem traditionellen Gesang gerne auf Experimente einlässt. Musikalisch wurde sie von Matthias Loibner aus Österreich mit der Drehleier begleitet – eine passende Kombination.

Eleni Irakleaous verzauberte mit ihrer perfekten Sopranstimme und den wohlklingenden griechischen Weisen. Ihr Partner Panagiotis Tsappis begleitete sie dabei auf der Nay-Flöte. Da kehrte Ruhe ein. Das war eine ganz andere Welt. Am fortgeschrittenen Abend ging es wieder bergab, hinab ins Tal. Dabei erlebten die Gäste einen ganz besonderen Abendhimmel mit Wolken, hellem Mond und einem einzigartigen Abendrot. Ein schöner Abschluss eines gelungenen Abends, der – alles in allem – das Gefühl vollendeter Abrundung gab.

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