«Chabis-Ischnätza»: Tradition weitergeführt

WEITE. Wer im Winter eigenes Sauerkraut, also saures Chabiskraut, geniessen möchte, muss im Herbst Körpereinsatz leisten. Speziell der, welcher nachher das Chabiskraut von Hand in das «Ständeli» einstampft.

Drucken
Teilen
Vom Chabis zum Sauerkraut: «Weitnauer» führen Tradition fort. (Bilder: pd)

Vom Chabis zum Sauerkraut: «Weitnauer» führen Tradition fort. (Bilder: pd)

WEITE. Wer im Winter eigenes Sauerkraut, also saures Chabiskraut, geniessen möchte, muss im Herbst Körpereinsatz leisten. Speziell der, welcher nachher das Chabiskraut von Hand in das «Ständeli» einstampft.

Jeweils an Allerheiligen tun sich ein paar «Weitnauer» zusammen, um der Tradition «Chabis-Ischnätza» fortzusetzen. Auch dieses Jahr war es wieder soweit: Iren Tschumper, André Tschumper und Hansruedi Tschumper, Erika, Vito und Josua Schlegel sowie Willi Kyburz hobelten in einer Garage in Weite Chabis, um in der kalten Jahreszeit Vorrat zu haben.

Scheinbar mühelos glitt der Chabiskopf über den Holzhobel. Feine Späne landeten in der Plastikgelte. Zuvor wurden die äusseren schmutzigen Blätter entfernt, die Köpfe geviertelt und der Strunk heraus geschnitten. Dann kamen sie in die Hände des sogenannten «Chabisschnätzer», der die Chabisviertel hin und her schob.

Dazu kamen noch Salz und ein paar Wachholderbeeren. Am Schluss beschwerte man das Ganze mit einem runden Brett und Steinen. So wird das Sauerkraut gepresst und es wird verhindert, dass das Kraut an die Oberfläche steigt. Der darüberliegende Saft verhindert zudem die Schimmelbildung.

Nach getaner Arbeit wurde fein säuberlich aufgeräumt und noch ein paar Stunden fröhlich zusammen mit Speis und Trank gesessen. Wobei das Fachsimpeln nicht zu kurz kam. (pd)

Aktuelle Nachrichten