Bundesgericht bestätigt Urteil gegen Hanfbauer

ST. GALLEN. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Kontrolle gemeldeter Hanfplantagen behändigte die Polizei Proben des von einem Landwirt produzierten Hanfs.

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ST. GALLEN. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Kontrolle gemeldeter Hanfplantagen behändigte die Polizei Proben des von einem Landwirt produzierten Hanfs. Die Dienststelle Forensische Chemie und Technologie analysierte die Proben und stellte fest, dass das Probematerial einen durchschnittlichen THC-Gehalt von 3,6 Prozent aufwies und damit unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.

Noch bevor dieser Untersuchungsbericht vorlag, hatte der Hanfbauer etwa 150 selber angebaute und getrocknete Hanfpflanzen mit einem THC-Gehalt von 3,6 Prozent zum Preis von 4900 Franken an seine Vertragspartnerin verkauft.

Landwirt fordert Freispruch

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilte den Hanfbauern daraufhin wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 60 Franken sowie zu einer Busse von 500 Franken. Dagegen wehrte sich der Landwirt bis hinauf zum Bundesgericht.

In Lausanne argumentierte der Landwirt, er baue keinen Cannabis indica an, weshalb er nicht dem Betäubungsmittelgesetz, sondern dem Landwirtschaftsgesetz unterstehe. Er müsse deshalb von Schuld und Strafe freigesprochen werden.

Verbotene Betäubungsmittel

In seinem Urteil weist das Bundesgericht nun einmal mehr darauf hin, dass Cannabis und sämtliche seiner Erzeugnisse mit einem THC-Gehalt von über 1,0 Prozent verbotene Betäubungsmittel darstellen. Ob es sich dabei um Cannabis indica oder Cannabis sativa oder Cannabis non indica handelt, spiele keine Rolle. Dementsprechend untersteht der Landwirt dem Betäubungsmittelgesetz und ist deshalb zu Recht bestraft worden. Der Hanfbauer muss die Gerichtskosten von 2000 Franken bezahlen. (tzi)

Urteil 6B_644/2015