Bundesgericht bestätigt St. Galler Strafe gegen einen Schläger

Das Kantonsgericht St. Gallen hat einen Österreicher zu Recht wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Dies hat das Bundesgericht entschieden.

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Das Kantonsgericht St. Gallen hat einen Österreicher zu Recht wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Der Mann hatte zusammen mit weiteren Tätern einen Barbesucher zusammengeschlagen. Die Tat hatte sich am frühen Morgen des 31. Januar 2010 vor einem Club an der Schwertgasse in der Stadt St. Gallen zugetragen. Das spätere Opfer, das an jenem Abend seinen Polterabend feierte, hatte dem Österreicher eine Bierflasche an den Kopf geworfen und ihm dadurch eine Risswunde an der rechten Augenbraue zugefügt.

Laut Anklageschrift war es unmittelbar danach auf der Männertoilette zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen. Sicherheitsleute trennten die beiden Streithähne und begleiteten den Mann, der die Flasche geworfen hatte, nach draussen.

6000 Franken Schmerzensgeld

Der heute 53jährige Österreicher und weitere Personen folgten dem Flaschenwerfer, packten diesen und schlugen ihn auf brutale Art und Weise zusammen. Der Mann erlitt aufgrund von Fusstritten gegen den Körper und den Kopf diverse Verletzungen im Gesicht, an den Schultern und am Rücken.

Das Kantonsgericht St. Gallen verurteilte den Österreicher im November des vergangenen Jahres wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Es verpflichtete diesen zudem, seinem Widersacher eine Genugtuung von 6000 Franken sowie eine Parteientschädigung von 5570 Franken zu bezahlen.

Das Bundesgericht hat diese Verurteilung nun bestätigt und eine Beschwerde des Österreichers abgewiesen. Seiner Argumentation, das St. Galler Kantonsgericht habe Videoaufnahmen falsch ausgewertet und zudem willkürlich geurteilt, vermochte das Bundesgericht nicht zu folgen.

Keine Notwehr mehr

Entgegen der Ansicht des Österreichers kann laut den Richtern in Lausanne auch nicht von Notwehr gesprochen werden, da er im Zeitpunkt, als er den Flaschenwerfer ausserhalb des Lokals verfolgte, nicht mehr mit einem Angriff konfrontiert war und ein solcher auch nicht unmittelbar drohte. Ausserdem billigte das Bundesgericht dem Österreicher trotz erheblichem Alkoholpegel auch keine verminderte Schuldfähigkeit zu. (tzi)

Urteil 6B_254/2014 ext

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