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BUCHS/WANGS: Ein Zeichen gegen die Wolfspopulation

Mit Mahnfeuern auf Schweizer Alpen ist am Freitagabend auf die Probleme hingewiesen worden, die Wölfe den Tierhaltern bereiten. In der Region brannte ein Feuer auf der Wangser Alp Wald.
Mahnfeuer: VWL-Präsident Martin Keller will damit die Bevölkerung auf die Probleme mit dem Wolf aufmerksam machen. (Bild: Leo Coray)

Mahnfeuer: VWL-Präsident Martin Keller will damit die Bevölkerung auf die Probleme mit dem Wolf aufmerksam machen. (Bild: Leo Coray)

Ein gutes Dutzend Betroffene traf sich am Freitagabend auf der 1200 Meter hoch gelegenen Alp Wald oberhalb von Wangs zur Entzündung des Mahnfeuers, das bis ins Rheintal hinunter sichtbar war. Darunter befanden sich Schafhalter, die bereits Tiere durch Wolfsrisse verloren haben, Jäger und Mitglieder der Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung und des ländlichen Lebensraums (VWL) der Kantone Glarus, St. Gallen und beider Appenzell. Die VWL war zusammen mit der Ortsgemeinde Wangs Organisatorin des Anlasses.

«Wir wollen den Wolf nicht ausrotten, aber dessen Ausbreitung einschränken», sagte VWL-Präsident Martin Keller (Buchs). Mit den 16 Mahnfeuern in neun Kantonen solle einerseits die Bevölkerung auf die Probleme der Land- und Alpwirtschaft mit dem Raubtier Wolf aufmerksam gemacht werden. Anderseits werde gefordert, mit gezielten Abschüssen den Wolfsbestand zu regulieren. «Die Wölfe müssen lernen, dass für sie die Nähe zum Menschen gefährlich ist», betonte Keller. Im europäischen Alpenraum wurden total 108 Feuer entzündet.

Wölfe tricksen die Schutzmassnahmen aus

Die Erfahrungen in den letzten Jahren hätten gezeigt, dass auf den Alpen der Herdenschutz trotz hoher Kosten für die Tierhalter nicht funktioniere, ergänzte VWL-Vizepräsident Georges Junginger (Buchs). Zum einen sei festgestellt worden, dass die Herdenschutzhunde wildern und zum andern, dass Wildtiere sich in Schutzzäunen verheddern und elend zugrunde gehen. Zudem hätten die Wölfe gelernt, die Schutzmassnahmen auszutricksen, indem sie Hunde angreifen, auch am Tag Schafe und sogar Kühe reissen und bis in Siedlungen vorstossen.

Wie Landwirt Lorenz Wildhaber (Flumserberg) berichtete, haben Schulkinder vor kurzem in Flumserberg auf dem Schulweg ein von Wölfen gerissenes Schaf gefunden. Dies habe dazu geführt, dass verängstigte Eltern die Kinder nun mit dem Auto zur Schule brächten. Wildhaber ist ein Betroffener, dem Wölfe ein Schaf getötet haben. Wie weiter zu erfahren war, fielen vor Kurzem in Flumserberg drei Schafe den Wölfen zum Opfer, in der ganzen Schweiz waren es in diesem Jahr bisher 170 bekannt gewordene Fälle.

Gemäss Georges Junginger ist der Wildtierbestand in den Schweizer Bergwäldern noch hoch genug, um den Wölfen als Nahrung zu dienen. In Frankreich und Spanien hingegen, wo die Wolfspopulation seit Jahren viel höher ist, sind die Wildtiere mittlerweile derart dezimiert worden, dass die Wölfe sich zu 90 Prozent von Nutztieren ernähren. In Frankreich wurden im Jahr 2016 von 292 Wölfen 9068 Nutztiere gerissen.

Wolfsfreie Zonen zu Gunsten der Alpwirtschaft

Damit es in der Schweiz nicht soweit komme, fordere die VWL wolfsfreie Zonen namentlich im Siedlungs- und Sömmerungsgebiet, sagte Präsident Martin Keller. Andernfalls sei zu befürchten, dass die Alpbewirtschaftung vor allem durch Schafe massiv zurückgehen könnte. Dies wiederum hätte eine Verbuschung der Alpen zur Folge und oberhalb der Baumgrenze im Winter vermehrte Lawinen, weil Schneemassen auf nicht beweideten Flächen mit langem, umgeknicktem Gras leichter ins Rutschen geraten.

Leo Coray

redaktion@wundo.ch

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