BUCHS/ST.: Gegen den blutenden Kopf getreten

Gallen Bei einer Schlägerei verletzten mehrere Männer im Februar 2011 in Buchs den Besucher eines Klubs schwer. Nach einem Rekurs ist der Fall nun neu beurteilt worden.

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Einer der Täter erhielt vom Kantonsgericht eine härtere Strafe als von der Vorinstanz. Dagegen rekurrierte er teilweise erfolgreich vor Bundesgericht. In dem gestern veröffentlichten Urteil erklärte das St. Galler Kantonsgericht einen 30-jährigen Serben der versuchten schweren Körperverletzung, des Angriffs, des Raufhandels und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig. Es verurteilt ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 23 Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren und zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 60 Franken mit einer Probezeit von zwei Jahren. Die Schlägerei, die einen Schwerverletzten zur Folge hatte, geschah im Februar 2011 vor einem Club im St. Galler Rheintal. Mehrheitlich betrunkene Clubbesucher gerieten in Streit. In der anschliessenden Auseinandersetzung erlitt ein Mann ein gebrochenes Nasenbein, ausgeschlagene Zähne sowie eine irreparable Augenverletzung.

Mildere Strafen aus Mangel an Beweisen

Die Täter hatten das Opfer brutal mit Fäusten und Füssen attackiert. Selbst als der Mann bewusstlos und mit blutendem Kopf am Boden lag, versetzten ihm die Angreifer Fusstritte. Zwei Beteiligte an der Tat wurden im Januar 2015 vom Kreisgericht Sarganserland-Werdenberg rechtskräftig verurteilt. Der ältere akzeptierte die Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. Der jüngere erhielt eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten.

Im September 2015 verhandelte das Kantonsgericht gegen vier Angeklagte, die die erstinstanzlichen Urteile nicht akzeptiert und Freisprüche verlangt hatten. Mangels Beweisen milderte es die Strafen in drei Fällen. Gegen einen Security-Mann, der damals illegal im Club arbeitete, verschärfte es hingegen das Urteil. Das Kantonsgericht glaubte dem heute 30-jährigen Serben nicht, der ohne Bewilligung im Club arbeitete und das völlig betrunkene Opfer mit Schlägen aus dem Club geprügelt haben soll. Es sprach eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten aus. Die Vorinstanz hatte auf eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten entschieden.

An der Gerichtsverhandlung von Ende März verlangte die Staatsanwältin eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten. 20 Monate seien bedingt auszusprechen, zehn Monate müssten vollzogen werden. Der Beschuldigte habe seit dem Vorfall im 2011 ein straffreies Leben geführt, was man strafmildernd berücksichtigen könne.

Der Verteidiger verlangte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwanzig Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren. Er zitierte das Bundesgericht, welches in seinem Entscheid festhielt, dass das Mitwirken an der Tat zwar nicht zu bagatellisieren sei, die Schwere der Schuld aber hinter den Mittätern zurückbleibe. (sda)