BUCHS/ST.: Eine Stärkung der Region

Gallen Die drei Fachhochschulen im Kanton sollen eine einheitliche Trägerschaft bekommen. Die NTB und ihr Standort bleiben vollwertig erhalten.

Armando Bianco
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Die NTB steht künftig mit den Hochschulen St. Gallen und Rapperswil unter einer gemeinsamen Trägerschaft. (Bild: Archiv)

Die NTB steht künftig mit den Hochschulen St. Gallen und Rapperswil unter einer gemeinsamen Trägerschaft. (Bild: Archiv)

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

Die Kantonsregierung will die Fachhochschulen in Buchs, Rapperswil und St. Gallen unter einer gemeinsamen Trägerschaft zusammenführen. Damit kommt sie einer Forderung des Bundes nach, welcher entweder einen Zusammenschluss oder die Selbstständigkeit für alle drei Schulen gefordert hatte. Ursprüngliche Bedenken, dass die Hochschule NTB in Buchs unter Druck geraten könnte, sind somit vom Tisch. Wie gestern an einer Medienkonferenz betont wurde, ist die gemeinsame Struktur nicht nur ein Vorteil für die ganze Ostschweizer Wirtschaft, auch die Standortregionen können von der neuen Ausgangslage profitieren.

Buchs bekommt «bedeutende Autonomie»

Die Regierung geht davon aus, dass mit der Strukturreform «kleinräumige institutionelle und regionale Grenzen» überwunden werden. Der Zusammenschluss führt zu einer einheitlichen Leitung für alle drei Fachhochschulen, es bleiben aber Kompetenzen und eine «bedeutende Autonomie» vor Ort bestehen, wie es im 70 Seiten dicken Bericht der Regierung zu Handen des Kantonsrats heisst. Und auch in diesem Entscheid wird ein grösserer Nutzen für die regionale Wirtschaft gesehen.

Die Trägerschaft der drei Schulen soll interkantonal bzw. interstaatlich sein, da Liechtenstein auch zu den Trägern der NTB gehört. Hingegen hat der Kanton Graubünden schon vor längerer Zeit seine Absicht bekannt gegeben, aus der NTB-Trägerschaft auszusteigen. Dieser Verlust soll ebenfalls durch die neue Struktur abgefedert werden, da mit dem Ausstieg des Nachbarkantons rund 1,5 Millionen Franken verloren gehen. Die Möglichkeit zu bilateralen Vereinbarungen soll bestehen bleiben, um beispielsweise dem Bundesland Vorarlberg weiterhin eine niederschwellige Beteiligung am Standort Buchs zu ermöglichen.

Weiter wird der Kanton künftig die alleinige Verantwortung für die bauliche Infrastruktur aller Hochschulen übernehmen. Dazu ist es notwendig, die heute im Eigentum der NTB stehenden Immobilien an den Kanton zu übertragen. Die Zusammenführung soll den Personalbestand am Standort Buchs nicht unmittelbar tangieren, die Anstellungsverhältnisse sollen in die neue Struktur übernommen werden. Verlaufen alle Prozesse wie geplant, wird die neue Hochschule ihren Betrieb im September 2020 aufnehmen. 3