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BUCHS/SENNWALD: Unverständnis und Betroffenheit bei lokalen Raiffeisen-Mitarbeitern

Ex-Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz sitzt in Untersuchungshaft, der Präsident des Verwaltungsrates ist abgetreten. Die selbstständigen lokalen Raiffeisenbanken und ihre Kunden sind davon nicht direkt betroffen, für die Mitarbeiter ist es aber ein leidiges Thema.
Bild: Hansruedi Rohrer

Bild: Hansruedi Rohrer

Thomas Schwizer

Einen wirtschaftlichen Schaden verzeichnen die Raiffeisenbanken Werdenberg und Sennwald nicht. Das stellen die Vorsitzenden der beiden Bankleitungen, Sandro Uhlmann und Monika Göldi, im Interview mit dem W&O fest. Die Geschehnisse in Zusammenhang mit den Strafverfahren gegen Pierin Vincenz, Ex-Chef von Raiffeisen Schweiz, seien nicht mit den autonomen Raiffeisenbanken vor Ort in Verbindung zu bringen, sagt Göldi.

Vincenz sitzt seit Anfang März wegen Strafverfahren in Zusammenhang mit ungetreuer Geschäftsführung in Untersuchungshaft. Der Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz, Johannes Rüegg-Sturm, ist nach massivem medialem Druck am Donnerstagabend zurückgetreten. Auch der Druck auf den jetzigen Bankchef Patrik Gisel ist angewachsen. Ein bisher unter Verschluss gehaltener Bericht der externen Prüfungsfirma Deloitte nähre Zweifel an seiner Unwissenheit über das möglicherweise strafbare Verhalten seines Vorgängers Pierin Vincenz,. Das berichtete der Finanzblog «Inside Paradeplatz», der Auszüge aus diesem Prüfungsbericht veröffentlicht hat.

Deloitte hatte den Prüfungsbericht im Auftrag der Finanzmarktaufsicht (Finma) erstellt. Er bildete die Basis für die Eröffnung eines Finma-Zwangsverfahrens gegen Raiffeisen. Dieses animierte die Staatsanwaltschaft zum Strafverfahren gegen Vincenz, dann zog Raiffeisen Schweiz mit der Einleitung einer Strafverfahrens nach (W&O vom 10. März 2018).

Negativschlagzeilen sind bei Mitarbeitenden ein Thema

Diese fast im Tagesrhythmus folgenden Neuigkeiten liessen aufhorchen, genoss Raiffeisen doch bis anhin grosses Vertrauen. Sandro Uhlmann von der Raiffeisenbank Werdenberg und Monika Göldi von der Raiffeisenbank Sennwald spüren trotz der Affäre Vincenz weiterhin grosses Vertrauen der Kunden in ihre lokalen, selbstständigen Banken. Vor allem bei den Mitarbeitenden seien die Negativschlagzeilen aber ein Thema. Bei ihnen herrsche «sicherlich Unverständnis und Betroffenheit», sagt Uhlmann. Er betont aber, dass für Vincenz nach wie vor die Unschuldsvermutung gelte.

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