BUCHS/SCHAAN: Ein Brückenschlag vor 40 Jahren

Am 24. September 1977 wurde die neue Rheinbrücke Buchs–Schaan mit einer grossen Feier für die Öffentlichkeit eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

Hansruedi Rohrer
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Buchser Schulkinder singen zur Eröffnung der Rheinbrücke Buchs–Schaan.

Buchser Schulkinder singen zur Eröffnung der Rheinbrücke Buchs–Schaan.

Hansruedi Rohrer

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Es war am 14. August 1970, als die erst 40 Jahre alte Strassenbrücke Buchs-Schaan ganz unerwartet zusammenbrach. Die ausgedehnte Kiesentnahme aus dem Rheinbett war die Ursache. Man wollte damit die etwas zu hoch liegende Flusssohle absenken, um einem möglichen Hochwasser des Flusses zu begegnen. Im Herbst desselben Jahres errichteten das Fürstentum Liechtenstein und der Kanton St. Gallen eine Notbrücke wenige Meter neben der Neubaute, um die unterbrochene Strassenverbindung wieder herzustellen. Diese Notbrücke war natürlich lediglich ein Provisorium. Sieben Jahre später konnte nun die neue Strassenbrücke, welche auf der schweizerischen Seite als Teil der Nationalstrasse N13 gebaut wurde, mit einem grossen Fest eingeweiht werden.

Viel Volk strömte von hüben und drüben auf den Festplatz mitten auf der Rheinbrücke, so dass sich hier eine unüberschaubare Menschenmenge ansammelte. Dabei war natürlich auch die politische Prominenz aus beiden Ländern vertreten. Von Schweizer Seite waren das Landammann Willi Geiger, alt Landammann Simon Frick, die Nationalräte Andreas Dürr und Kurt Bürer, der Buchser Gemeinderat in corpore und weitere Amtsträger. Das Fürstentum Liechtenstein entsandte Regierungschef Walter Kieber, Regierungsrat Walter Oehry und Schaans Gemeindevorsteher Walter Beck an den Ort des Geschehens am wunderbar sonnigen frühherbstlichen Samstag. Die Buchser Schuljugend zog mit Ballonen zur Brücke und sang dort ihre Lieder. Auch die Schaaner Schulkinder erfreuten mit munteren Weisen. Die beiden Schülergruppen trafen dabei in einem Kontermarsch aufeinander. Die Musikgesellschaft Harmonie Buchs und der Musikverein Schaan marschierten mit klingendem Spiel auf.

«Sie dürfen auf Ihr gemeinsames Werk stolz sein!»

Landammann Willi Geiger stellte in seiner Ansprache freudig fest, dass dieses schweizerisch-liechtensteinische Gemeinschaftswerk in bestem Einvernehmen der beiden Seiten entstehen konnte. Er richtete Dank und Anerkennung an alle, die durch ihren Geist und ihre Arbeitskraft zum glücklichen Gelingen beigetragen hatten. «Sie dürfen auf Ihr gemeinsames Werk stolz sein!» Der liechtensteinische Regierungschef Walter Kieber stellte die menschlichen Werte und den symbolischen Ausdruck der Brücke in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. «Gemeinsam herrscht heute das Bewusstsein beidseits des Rheins, dass wir im gleichen Raum leben und deshalb aufeinander angewiesen sind», sagte er.

Auch der Buchser Gemeindeammann Hans Rohrer und der Schaaner Gemeindevorsteher Walter Beck gaben in ihren Ansprachen die Verbundenheit zwischen Buchs und Schaan zum Ausdruck. Während Hans Rohrer unter anderem ausführte, dass die Beziehungen zwischen den Nachbarn früher nicht immer so freundschaftlich gewesen waren wie heute, wies Walter Beck darauf hin, dass mit dem Brückeneinsturz von 1970 die guten freundnachbarlichen Beziehungen keineswegs ins Wasser gefallen seien. Danach sprachen der Buchser Pfarrer Hans Walt und der Schaaner Pfarrer Josef Kaiser segnende Worte. Kurz nach elf Uhr durchschnitten Landammann und Regierungschef die über die Fahrbahn gespannten Bänder. Um 15 Uhr erfolgte die Freigabe der neuen Rheinbrücke für den Verkehr.