Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUCHS/REGION: Von der Kanti in die Industrie

Die ersten Absolventen des Industriepraktikums haben bei der NTB ihren Bachelor absolviert. «Die Leistungen fallen sehr positiv aus», resümiert Rektor Lothar Ritter.
Beim Industriepraktikum lernen junge Erwachsene das nötige Rüstzeug für ein Ingenieurstudium an einer Fachhochschule. Sechs Firmen aus der erweiterten Region bieten in Korporation mit der NTB ein solches Praktikum an. (Bild: Alexandra Gächter)

Beim Industriepraktikum lernen junge Erwachsene das nötige Rüstzeug für ein Ingenieurstudium an einer Fachhochschule. Sechs Firmen aus der erweiterten Region bieten in Korporation mit der NTB ein solches Praktikum an. (Bild: Alexandra Gächter)

Alexandra Gächter

Die Anzahl Lehrabgänger von Technischen Berufen nimmt gemäss dem Bundesamt für Statistik ab. Zum einen gibt es weniger Jugendliche und junge Erwachsene als auch schon, zum anderen sind einige Technische Lehren taff. Da kluge Köpfe oft den gymnasialen Weg wählen, beobachten grössere und kleinere Industrieunternehmen einen Fachkräftemangel. Dem wollen die Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs (NTB) und sechs Unternehmen aus der Region Rheintal, Werdenberg und Liechtenstein entgegenwirken.

Studenten an der «langen Leine» halten

Vor wenigen Jahren haben Sie deshalb das Industriepraktikum ins Leben gerufen, bei welchem Kantischüler auf die Arbeit in der Industrie und ein damit verbundenes Fachhochschulstudium vorbereitet werden. Die ersten Absolventen des Industriepraktikums haben nun bei der NTB den Bachelor abgeschlossen. «Die Leistungen der ehemaligen Industriepraktikanten fallen sehr positiv aus. Nicht nur schulisch, auch praktisch haben wir gute Erfahrungen mit ihnen gemacht», sagt Lothar Ritter, Rektor der Hochschule NTB.

Das Industriepraktikum sei sehr individuell und habe gegenüber anderen Praktika Vorteile. «Die Absolventen des Industriepraktikums durchlaufen eine praktische Ausbildung. Sie arbeiten nicht einfach nur dort», so Ritter. Die beteiligten Firmen, Leica, SFS, Hilti, Oerlikon, Jansen und Thyssenkrupp, stellen nicht nur geeignete Ausbildner zur Verfügung, sondern tauschen sich untereinander und der NTB alle zwei Monate aus. «Alle diese Firmen zeichnen sich damit aus, dass sie bekennende Förderer des Dualen Bildungssystems sind. Als Gegenleistung zu ihrer investierten Zeit erhoffen sie sich, dass die Praktikanten nach dem Studium sich wieder bei ihnen bewerben.»

Einige der ehemaligen Industriepraktikanten würden während des NTB-Studiums, dank der guten Beziehung zur Praktikumsfirma, am Wochenende und in den Ferien weiterhin dort arbeiten. Die Firma Hilti nennt dies das «Lange Leine Programm». «Dies hat für beide Seiten Vorteile. Die Firma kennt ihren zukünftigen Mitarbeiter seit vier oder fünf Jahre und der Hochschulabsolvent kennt im Gegenzug die Firma, die Arbeit und deren Abläufe», so Ritter. Derzeit absolvieren gut eine Handvoll Personen das Industriepraktikum in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Physik/Labor. Ein Jahr dauert es, 1000 Franken im Monat verdienen die Praktikanten.

«Das Industriepraktikum ist aufgrund seiner Dauer nicht mit einer Lehre vergleichbar. Aber alles Praktische, das die künftigen Studenten für das Ingenieurstudium benötigen, lernen sie hier», so Ritter. Maturanden dürfen sich direkt bei der NTB bewerben und angeben, welches Unternehmen sie bevorzugen. Anschliessend müssen sie ein Assessment der entsprechenden Firma bestehen. Ob der Maturant das Praktikum erhält oder nicht entscheidet die Firma. «Von der Kapazität her könnten wir pro Jahr 15 Maturanden aufnehmen.»

Ingenieure sind gesucht

Eltern sähen ihre Kinder lieber an der ETH als an einer Fachhochschule, so Ritter. «Wenn aber jemand sich schnell in den Arbeitsmarkt integrieren will, dann ist der Weg über das Industriepraktikum ideal. Die Chancen sich dadurch einen hohen Lebensstandard zu erarbeiten, sind intakt.» Die Ingenieure, welche an Fachhochschulen wie der NTB ausgebildet werden, würden vom Arbeitsmarkt regelrecht weggesogen. «Wir bilden deutlich weniger Ingenieure aus, als die hiesige Industrie brauchen könnte», so Ritter. Wieso junge Männer und Frauen sich nicht von Vornherein für diesen Weg entscheiden, könnte laut Ritter unter anderem folgenden Grund haben: «Jugendliche, die schlau sind, aber noch nicht wissen, was sie werden wollen, gehen oft in die Kanti. Stellen sie dabei fest, dass sie lösungsorientierte Macher sind, erleichtert ihnen das Industriepraktikum den Einstieg in viele Technische Berufe.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.