Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUCHS/REGION: Mehr als nur Sprache lernen

Als zweite Werdenberger Gemeinde führt die Stadt Buchs einen Pilotkurs des neuen ­VSGP-Sprachförderungsprogramms «Quartierschulen» durch. Das Echo ist positiv.
Katharina Rutz
Die Sprache wird nicht an Tischen gelernt, sondern spielerisch und in Bewegung. (Bild: Katharina Rutz)

Die Sprache wird nicht an Tischen gelernt, sondern spielerisch und in Bewegung. (Bild: Katharina Rutz)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Sich bei der Begrüssung in die Augen zu schauen, ist für uns ­völlig normal. In einigen Ländern aber kommen die Menschen nicht im Traum auf diese Idee. Auch dies lernen die 16 Teil­nehmerinnen und Teilnehmer des ersten Pilotkurses der Buchser Quartierschule, welche der Diakonieverein Werdenberg im Auftrag der Stadt Buchs durchführt.

Nicht nur die Sprache steht dabei im Zentrum, sondern auch das Kennenlernen der Schweizer Eigenart und der Kontakt zu den freiwilligen Helfern. Diese Kontakte bilden das erste Netzwerk, auf dem die Migrantinnen und Migranten später aufbauen können und so hoffentlich irgendwann in die Gesellschaft und die Arbeitswelt integriert werden können.

Gelernt wird nicht an Tischen, sondern meistens in Bewegung. Die Wörter erhalten alle eine Geste und diese lässt sich einfach nachmachen und das Wort wird ständig dazu wiederholt. «Nach einigen Tagen verlieren alle ihre Hemmungen und beginnen zu sprechen», sagt Veronique van der Pijl, eine der fünf Traine­rinnen, die Kurse gibt und dabei auch Kursleiterinnen und Kursleiter ausbildet. Der Kurs eignet sich deshalb auch für Personen mit wenig bis gar keiner Schul­bildung. Das Unterrichtskonzept stammt von der gemeinnützigen Stiftung Liechtenstein Languages.

Die vierwöchigen Intensiv-Sprachkurse sollen möglichst flächendeckend eingeführt werden und sind für die Teilnehmer gratis. Sie stehen sowohl den Asyl­suchenden, Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen offen als auch den Familiennachzügen. «Dies kann beispielsweise eine Ausländerin oder ein Ausländer mit Schweizer Ehepartner sein oder aber die Frau eines bereits in der Schweiz wohnhaften ­Migranten», sagt Roger Hochreutener, der das Konzept im Auftrag der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) leitet. Der VSPG unterstützt die Kurse mit 5000 Franken und dem ­Sprachenkoffer. Hans Schlegel, Leiter Sozialamt der Stadt Buchs, ist vom Konzept überzeugt. «Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen nicht nur die Sprache, sondern können auch viele Kontakte zu den freiwilligen Helferinnen und Helfern knüpfen. Dies führt zu einer hohen Motivation bei den Asylsuchenden», sagt er am Besuchstag.

Sennwald hat gute Erfahrungen gemacht

In der Gemeinde Sennwald fanden bereits zwei solche Kurse statt. «Das Konzept hat sich sehr bewährt und wir werden dieses ­weiterführen», sagt Petra Graf, Gemeinderatsschreiberin. «Der Ausdruck der Kursabsolventen hat sich verbessert, sie treten selbstsicherer auf und haben weniger Hemmungen zu sprechen», beschreibt sie den Erfolg. Sevelen und Grabs haben laut Daniela Graf eigene Angebote. Die ehemalige Wartauer Gemeinderätin ist für die Umsetzung der Quartierschulen zuständig. Gams und Wartau sind bisher nicht in das Programm eingestiegen. Für das Toggenburg fand ebenfalls gestern Abend eine Informationsveranstaltung in der Gemeinde Neckertal statt. Wattwil ist bereits Pilotgemeinde.

Kritik entsteht seitens der professionellen Sprachschulen. Allerdings betont Roger Hochreutener, dass die Quartierschulen dazu keine Konkurrenz bilden. Wenn ein Flüchtling definitiv aufgenommen sei, stünden die 6000 Franken des Bundes immer noch zur Verfügung, die für Sprachschulen mit offiziellen Diplomen oder Praktika eingesetzt werden können. Sofern dies sinnvoll sei, sagt er. «Der rasche Erfolg der Quartierschule, die ganz auf das Sprechen ausgerichtet ist, motiviert zur weiteren Integration», ist Roger Hochreutener überzeugt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.