Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUCHS/MELS: Profi-Trickser bekommt eine Haftstrafe

Ein Taschendieb aus Rumänien wird vom Kreisgericht zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Mann hatte ältere Damen beim Shoppen um deren Portemonnaies erleichtert. Die Verteidigung hatte 12 Monate gefordert. Der Schuldspruch an sich war unbestritten. Im Strafmass blieb das Gericht jedoch vier Monate unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Dies vor allem deshalb, weil für zwei der vorgeworfenen Delikte schlicht die Beweise fehlten. Denn in diesen beiden Fällen vermissten die Opfer zwar ihre Geldbörse, doch konnte kein direkter Bezug zum Beschuldigten nachgewiesen werden, obschon er offenbar in der Nähe war.

Anders verhält es sich in den zehn bewiesenen Fällen vom Herbst 2016. Namentlich in den Einkaufscentern von Mels, Gams, Bad Ragaz und Haag sowie im nördlichen Kantonsteil hatte der Profi-Dieb seine Opfer jeweils abgelenkt, teils mit Unterstützung eines Komplizen, und ihnen dann ihre Geldbeutel entwendet. Auch dass er damit seinen Lebensunterhalt bestritten hat, hielt das Gericht für erwiesen und sprach ihn darum in der Hauptsache des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls schuldig.

Damoklesschwert aktiviert

Als erwiesen gilt zudem, dass er mehrfach mit erbeuteten Bankkarten Geld am Automaten bezogen hat. Wie berichtet, endete die Diebestour, weil sich ein Opfer lautstark wehrte und Passanten den Täter festhalten sowie anschliessend der Polizei übergeben konnten. Drei Monate hat er bereits in Untersuchungshaft gesessen.

Seitdem ist er nach Rumänien entschwunden und auch nicht zum Gerichtstermin erschienen. Seine Haft in der Schweiz wird er darum wohl nicht absitzen, zumindest vorerst nicht. Auch ist kaum damit zu rechnen, dass nun die eher aufwendige Maschinerie eines Auslieferungsgesuchs aktiviert wird.

Knastkosten werden gespart

Was das strenge Rechtsempfinden stören mag, dürfte Steuerzahler freuen, erspart sich die Allgemeinheit so doch nur schon Knastkosten in Höhe von gut 100000 Franken. Das Migrationsamt erhält gleichwohl eine entsprechende Meldung. Sollte der Mann also wieder versuchen einzureisen, ist die Chance hochintakt, dass die Gefängnisstrafe vollstreckt wird.

Hinzu kommt die offene Kostennote für das Verfahren in Höhe von über 10000 Franken, die ebenfalls beim Verurteilten hängen bleibt. Beides schwebt nun, der Wirkung eines Damoklesschwerts vergleichbar, dauerhaft über dem Täter. Der Taschendieb dürfte denn auch wenig Lust verspüren, wieder hier aufzutauchen.

Reinhold Meier

redaktion@wundo.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.