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BUCHS/MELS: Aus Eifersucht den Killer bestellt?

Vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland muss sich eine 37-Jährige verantworten. Sie soll mehrfach versucht haben, Detektive dazu anzustiften, ihren Mann zu ermorden. Ihr droht eine hohe Haftstrafe.
Reinhold Meier

Die Zutaten der Geschichte lesen sich wie eine Räuberpistole. Zugleich erzählen sie von der Chronik eines gebrochenen Herzens, die in einer tragischen Mischung aus Verzweiflung und Eifersucht über enttäuschte Liebe zu einer wunderlichen Eskalation führte. Laut Anklage spitzte sich die Situation zu, als der drei Jahre jüngerer Ehemann der Beschuldigten aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war, weil er sich scheiden lassen wollte. Darauf entschloss sich die Frau, ihren Mann observieren zu lassen, um herauszufinden, wo er wohnte und ob eine andere Frau dahintersteckte. Dazu beauftragte sie einen Detektiv aus dem deutschen Bayern.

Der startete seine Observationen, fand aber weder Anzeichen von Untreue noch den Wohnort des Verflossenen, so die Anklage. Weil die aus dem süditalienischen Kalabrien stammende Frau mit dieser nutzlos erscheinenden, wenn auch 8000 Franken teuren, Recherche nicht einverstanden war, beendete sie den Auftrag. Mit Hilfe ihrer Tante soll sie dann einen weiteren Detektiv, diesmal aus dem Tessin, angeheuert haben, auch weil das die Kommunikation auf Italienisch erleichterte. Der Tessiner montierte in der Folge ein GPS-Gerät am Wagen des Gatten und ortete so seinen Wohnort in einer Gemeinde des unteren Rheintals.

Mord soll «passieren wie ein Unfall»

Noch gleichentags soll die Beschuldigte zur neuen Wohnung ihres Mannes gefahren sein, um ihn zur Rede zu stellen. Weil aber die Türe nicht geöffnet wurde, wartete sie in ihrer Verzweiflung die ganze Nacht hindurch an der Pforte, bis der Mann am Morgen zur Arbeit das Haus verlassen musste. Die Begegnung verlief aber aus ihrer Sicht fruchtlos. Über einen Monat soll sie dann den Detektiv aufgefordert haben, ihren Mann gegen Bezahlung zu eliminieren. Dazu nutzte sie verschlüsselte Textnachrichten. «Falls Du mir helfen kannst, wegen der Wohnung, du verstehst, ich würd jeden Betrag zahlen», hiess es etwa in gebrochenem Deutsch.

Doch der Detektiv lehnte den Auftrag ab. So wandte sie sich wieder an die erste Spürnase, jene aus Bayern. Unmissverständlich habe sie ihm bedeutet, er solle ihren Mann gegen Geld töten und es wie einen Unfall aussehen lassen, wie die Anklage überzeugt ist. «Diese Arbeit muss funktionieren, ich will, dass er leben nix mehr, aber gemacht wie eine Unfall», forderte sie in diversen Textnachrichten. 6000 Franken sei ihr die Sache wert, ergänzte sie, davon 3000 Franken vorab.

Mehr als fünf Jahre drohen

Zwischenzeitlich hatte sie offenbar noch einen Familienangehörigen motiviert, einen Tresor aufzubrechen, der ihr gemeinsam mit dem Gatten gehörte. Dies, weil sie darin Bankunterlagen vermutete, die der scheidungswillige Ehemann vor ihr verheimliche. Er habe das gemeinsame Vermögen mit Glücksspielen verjubelt, sie betrogen und wolle sich mit einer neuen Frau ein schönes Leben machen, vermutete sie. Hier liegt laut Anklage denn auch das Motiv. Weil aber Wut, Eifersucht und Missgunst als verwerfliche Beweggründe gelten, habe sie sich folglich nicht etwa der versuchten Anstiftung zur Tötung, sondern der versuchten Anstiftung zum Mord schuldig gemacht und dies gleich mehrfach. Hinzu komme die Anstiftung zur Sachbeschädigung an dem aufgeschweissten und in der Folge wertlos gemachten Tresor.

Das exakte dafür geforderte Strafmass will die Staatsanwaltschaft erst an Schranken bekannt geben. Es werde aber nicht unter fünf Jahren Gefängnis liegen, heisst es bereits vorab. Zudem werde ein Landesverweis aus der Schweiz beantragt von mindestens fünf Jahren. Im Falle eines Schuldspruchs bleiben auch die Verfahrenskosten von mindestens 40000 Franken bei der Frau hängen. Sie sitzt in Haft, seit der bayrische Privatermittler die hiesige Polizei über die Vorgänge orientierte.

Reinhold Meier

redaktion@wundo.ch

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