Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUCHS/GRABS: Schwäne müssen bald weichen

Sieben von neun Schwänen, die im Frühjahr 2017 am Werdenbergersee geschlüpft sind, haben überlebt. Das sind aussergewöhnlich viele. Die Situation hier ist gemäss dem Wildhüter generell etwas speziell.
Thomas Schwizer
Noch ist die Situation idyllisch. Spätestens wenn die Jungschwäne auf die Staatsstrasse (links neben dem Spazierweg) flüchten, wird es gefährlich und der Wildhüter muss sie einfangen. (Bild: Elke Schwizer)

Noch ist die Situation idyllisch. Spätestens wenn die Jungschwäne auf die Staatsstrasse (links neben dem Spazierweg) flüchten, wird es gefährlich und der Wildhüter muss sie einfangen. (Bild: Elke Schwizer)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Noch leben die insgesamt neun Schwäne auf dem Werdenbergersee friedlich zusammen. Doch das wird sich schon bald ändern, wie Wildhüter Silvan Eugster weiss. Der Grund dafür ist ein natürliches Verhalten des Schwanenvaters.

Dass gleich neun Jungschwäne schlüpfen, ist eine aussergewöhnlich hohe Zahl. Dieses Familienglück erfuhr das Schwanenpaar, das seit Jahren auf dem idyllischen See am Fusse von Städtchen und Schloss Werdenberg lebt. Jedes Jahr schlüpfen hier mehrere Jungschwäne, im Frühling 2017 waren es aber besonders viele.

Zwei der Jungtiere wurden «erlöst»

Silvan Eugster, der für die Region Rheintal-Werdenberg zuständig ist, hat bereits im letzten Sommer zwei der neun Jungtiere eingefangen und «erlöst». Das erklärt er auf Anfrage des Werdenberger & Obertoggenburger. Eines davon sei sehr stark geschwächt gewesen, das zweite habe einen gebrochenen Flügel gehabt. Wildtiere pflege man nicht, denn sie würden in Gefangenschaft leiden, erklärt Eugster.

Solche Fälle seien in der freien Natur häufig. Im ersten Lebensjahr sterbe durchschnittlich etwa die Hälfte aller Jungtiere – weil sie nicht überlebensfähig oder schwer verletzt sind. Dass sieben der ursprünglich neun Jungschwäne am Werdenbergersee bis jetzt überlebt haben, sei aussergewöhnlich, führt er weiter aus. Hier würden allerdings spezielle Bedingungen für die Schwäne herrschen. Denn die vielen Besucher und Spaziergänger füttern sie in überdurchschnittlichem Ausmass mit Brot. Die Folge sei, dass die Überlebensrate «künstlich hoch gehalten» werde.

Zudem erhalte die Wildhut von Besuchern des Werdenbergersees immer wieder Rückmeldungen, wenn diesen an den Schwänen etwas auffalle. Das sei auch dann der Fall, wenn Schwäne vom See auf die gleich daneben vorbei führende Staatsstrasse «wandern». Das war im Frühjahr und Frühsommer oft der Fall, als die damals elfköpfige Schwanenfamilie teilweise gar den Fussgängerstreifen benutzte, wie ein Video belegt, das auf www.wundo.ch zu sehen ist.

In einigen Wochen wird diese Schwanenidylle am Seeli zwischen Buchs und Grabs vorbei sein, und der Wildhüter wird in den natürlichen Lauf der Dinge eingreifen müssen. Regelmässig im Spätwinter/Frühjahr muss er nämlich hier Schwäne einfangen, weil der kleine Lebensraum Werdenbergersee nur Platz für ein Paar bietet – und der ist besetzt. Deshalb vertreibt der Schwanenvater jeweils die Jungschwäne, wenn das Brüten der frischen Eier beginnt. Die Generation aus dem Vorjahr hat sich dann einen neuen Lebensraum zu suchen.

Der Natur weitmöglichst ihren Lauf lassen

Silvan Eugster weiss, dass anderswo ein Schwanenvater schon ein Jungtier tötete, weil es immer wieder zurückkehrte. «Das ist die Natur» – und da sollte der Mensch möglichst wenig eingreifen, lautet die Regel für die Wildhut. Deshalb akzeptiere man bewusst das natürliche Verhalten der Schwäne als Wildtiere.

Doch beim Werdenbergersee müsse er jeweils handeln, sagt der Wildhüter. Zum einen seien sich die Spaziergänger dieses natürlichen Verhaltens der Schwäne nicht bewusst und würden melden, wenn es unter ihnen zu Aggressivität komme. Zum anderen würden die Schwäne für gefährliche Situationen auf der Staatsstrasse sorgen. Dorthin flüchten sich einige von ihnen vor dem rabiaten Vater.

Die Erfahrungen der letzten Jahre lassen erwarten, dass auch diesmal nicht alle Jungschwäne freiwillig und rasch ein eigenes Revier suchen. Und dann wird Silvan Eugster erneut «nachhelfen» müssen, indem er sie einfängt und anderswo aussetzt. Spätestens dann steht der erneuten Idylle nichts mehr im Wege und die vielen Besucher des Werdenbergersees können sich an den herzigen Jungschwänen mit Jahrgang 2018 erfreuen – auf ein Neues.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.