BUCHS: Werke der Romantik im Mittelpunkt

Diesen Sonntag, 12. November, mit Beginn um 17 Uhr erklingt in der reformierten Kirche Buchs ein Chorkonzert der Extraklasse mit zahlreichen Beteiligten.

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Unter der Leitung von Karl ­Hardegger werden die Rhein­talische Singgemeinschaft, Anna Gschwend, Sopran, Christian ­Büchel, Bariton, sowie die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben Werke von Gabriel Fauré und Felix Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung bringen.

Eröffnet wird das Konzert mit Gabriel Faurés (1845–1924) berühmter «Pavane» op. 50 – eine zarte Orchesterstudie in fein­sinniger Instrumentation. Darauf folgt Gabriel Faurés «Requiem» op. 48 für Sopran, Bariton, vier- bis sechsstimmigen Chor und Orchester. Fauré komponierte sein einziges grösseres Werk mit einem religiösen Text als Basis unter dem Eindruck des kurz nacheinander erfolgten Todes seiner Eltern während seiner zweiten Schaffensperiode 1887/88. Das siebensätzige Werk weicht in mehrerlei Hinsicht von der tra­ditionellen Totenmesse ab. Im Gegensatz zum traditionellen ­Ablauf der Messe verzichtet ­Fauré auf eine dramatisierende Darstellung des Dies irae und beschränkt sich auf die Vertonung von dessen letztem Vers, dem Pie Jesu.

Dagegen fügte er das In paradisum aus den Exequien hinzu, das traditionell bei der Über­führung des Leichnams von der Kirche zum Friedhof erklingt. Insgesamt war es Fauré ein An­liegen, ein friedvolles Bild des ­Todes zu zeichnen. «Das Requiem ist so sanftmütig wie ich selbst», sagte er im Jahre 1900 und später erläuterte er, dass er den Tod «nicht als ein schmerzliches Erlebnis, sondern als eine will­kommene Befreiung, ein Streben nach dem Jenseits ansehe». In vielen Passagen gleiten Moll-Klänge von Chor und Orchester in stimmungsvolle Dur-Akkorde und lassen tröstend das Himmelreich erahnen.

Die höchste Stufe der Kirchenkompositionen

Der zweite Konzertteil beginnt mit der berührenden Arie des Elias aus dem gleichnamigen Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) «Es ist ­genug». Die vom Violoncello begleitete fis-Moll-Arie ist erfüllt vom Klang einer Resignation, die zugleich Erhebung über das Leben, Eingehen in die erlösende Sphäre der Vollendung bedeutet. Den glanzvollen Abschluss des Konzertes macht «Der 42. Psalm» op. 42, Wie der Hirsch schreit, eine Kantate für Sopran, gemischten Chor und Orchester von Felix Mendelssohn Bartholdy. Robert Schumann lobte Mendelssohn dafür.

Das Werk sei «die höchste Stufe, die er als Kirchenkomponist, ja die neuere Kirchenmusik überhaupt, erreicht hat.» Der weichgetönte Eingangschor verarbeitet das vom Chor-Alt vorgestellte Thema kontrapunktisch mit homophon bekräftigenden Einwürfen und einem verinnerlichten A-cappella-Abschnitt am Schluss.

In den beiden folgenden Arien führt der Solo-Sopran zunächst einen Dialog mit der Oboe nach dem Vorbild der Arien Bachs, ­danach mit dem Frauenchor. Ein affirmativer Chor, der Elemente der Mehrchörigkeit aufnimmt, bildet den Mittelteil des Werks, dem sich ein Quintett des Solo-Soprans mit den Männerstimmen anschliesst. Der an Händel gemahnende Schlusschor nimmt das Thema des vierten Teils ­wieder auf und mündet schliesslich in eine breit angelegte Fuge auf den Text «Preis sei dem Herrn». (pd)