BUCHS: Wenn steht, dass der Bus kommt …

Das BZB ermöglicht im Rahmen eines Programmes Auslanderfahrungen. Lernende des BZB und «Azubis» aus Berlin machten mit, darunter auch die 20-jährige Sevgi Dur.

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«Azubi» Sevgi Dur aus Berlin an ihrem Arbeitsplatz auf Zeit am Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs BZB. (Bild: PD)

«Azubi» Sevgi Dur aus Berlin an ihrem Arbeitsplatz auf Zeit am Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs BZB. (Bild: PD)

Das BZB pflegt rege Ausland­kontakte. Im Vordergrund stehen der Austausch und die gegen­seitige Inspiration. «Offen für Neues» lautet das Motto, unter dem je neun BZB-Lernende beziehungsweise Auszubildende aus Berlin im Oktober in einem neuen Umfeld ins Arbeitsleben eintauchten. Praktikumsplätze fanden sich rasch – engagierte Ausbildungsbetriebe boten diese Gelegenheit. Selbstverständlich besuchten die Azubis während dieser Zeit den Schulunterricht. Das Echo im BZB, in den Lehr­betrieben und vor allem bei den Lernenden ist durchwegs positiv. Auch die angehende Bankkauffrau Sevgi Dur, welche ihr Praktikum im Sekretariat der BZB Weiterbildung absolvierte, ist begeistert.

Spezifisches Wissen kontra frühe Festlegung

Sevgi Dur ist in Berlin geboren und aufgewachsen. «In Berlin ist alles immer verfügbar», meint sie. In Buchs musste sie lernen zu planen – die Alltagswege auf den öffentlichen Verkehr ab­stimmen, die Einkäufe auf die Öffnungs­zeiten. Zudem sei alles viel ­teurer, dafür aber ordentlich geregelt. Wenn stehe, dass der Bus komme, dann komme er auch, meint sie. Das System der kaufmännischen Ausbildung ist in Deutschland weniger offen als hier. Die Azubis werden speziell für eine Branche ausgebildet, zum Beispiel als ­Versicherungs-, Immobilien- oder eben Bankkauffrau. Einerseits ist das positiv, weil damit sehr viel spezi­fisches Wissen aufgebaut wird. Der Nachteil ist, dass man schon früh ziemlich festgelegt ist. In der Schweiz absolvieren die Lernenden eine Grundbildung und lernen Fertigkeiten, die in ­allen Branchen gefragt sind.

Sevgi Dur war erstaunt, wie schnell sich so etwas wie Arbeitsroutine einstellt. Jeden Tag zur Arbeit fahren, Sport, Einkaufen, Essen, Feierabend, freies Wochenende. Neben den organisierten Ausflügen haben alle Azubis viel unternommen. Sie waren an der Olma und besuchten Zürich und Bern. «Die Luft hier ist so frisch, einfach anders als in der Grossstadt. So richtig zum Durch­atmen», erwähnt die Berlinerin. Überwältigt war sie vom Säntis! Das gebe es in Berlin weit und breit nicht. Schade – jetzt, wo sie sich daran gewöhnt habe, müsse sie schon wieder los. (pd)