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BUCHS: Von Erfahrungen geprägt

Gallus Erne war parallel zu seiner hauptberuflichen Tätigkeit im Bank- und Finanzbereich auch noch 36 Jahre lang Fachrichter am Handelsgericht St. Gallen.
Hansruedi Rohrer
Der in Buchs wohnende pensionierte Bankfachmann Gallus Erne war sechs Amtsperioden beziehungsweise 36 Jahre lang Fachrichter am Handelsgericht St. Gallen. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Der in Buchs wohnende pensionierte Bankfachmann Gallus Erne war sechs Amtsperioden beziehungsweise 36 Jahre lang Fachrichter am Handelsgericht St. Gallen. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Hansruedi Rohrer

redaktion

@wundo.ch

1981 wurde Gallus Erne vom Grossen Rat des Kantons St. Gallen zum kaufmännischen Richter des Handelsgerichtes gewählt. Seit 1986 wohnt er mit seiner Familie in Buchs. Und zwar sehr gerne, betont er, und strahlt eine ruhige Zufriedenheit aus. Seit 1975 ist er mit Annemarie verheiratet und heute Vater zweier erwachsener Töchter. Der seit einigen Jahren pensionierte Bankfachmann, mehrheitlich in Leitungsfunktionen ­tätig gewesen, hat nun Ende Mai nach 36 Jahren eine Milizarbeit beendet, die ihm ebenfalls grosse Befriedigung brachte. «Damit habe ich auch etwas für die Allgemeinheit gemacht», meint er.

Sechs Amtsperioden am Handelsgericht sind eine lange Zeit. Gallus Erne glaubt es selber kaum, dass er nach so langer Zeit diese vielfältige Aufgabe abgeschlossen hat. Er verrät: «Unter der Ägide von fünf Handels­gerichtspräsidenten durfte ich über mehr als drei Dekaden eine herausfordernde Zeit als Fachrichter erleben. Besonders be­eindruckte mich die souveräne präsidiale Führung, die effiziente Zusammenarbeit im Richterkollegium, die massgebliche Referatvorbereitung durch die Gerichtsschreiber und nicht zuletzt die kompetente Koordination des ­Sekretariats.» In diesen 36 Jahren hätten sich auch in seinen Fachgebieten, wie zum Beispiel im Bank- und Finanzrecht die Rechtsnormen zum Teil erheblich verändert. Für seine berufliche und richterliche Arbeit war es für ­Gallus Erne deshalb ein entscheidendes Erfordernis, stets die ­aktuellste Anwendungspraxis zu kennen.

Vorteile des richterlichen Zusammenwirkens

Im Kanton St. Gallen werden handelsrechtliche Streitigkeiten mit einem Streitwert von min­destens 30 000 Franken dem Handelsgericht zugewiesen. Diese Handelsgerichtsbarkeit spielt auch wirtschaftlich eine wichtige Rolle. Gallus Erne erklärt: «Sie hat sich in der Praxis ausser­ordentlich bewährt. Ihr grosser Vorteil liegt im Zusammenwirken von Richterwissen und Fach­wissen. So agiert in einer Gerichtsverhandlung in St. Gallen ein Kollegium von zwei Berufsrichtern (Kantonsrichtern) und drei Fachrichtern (Handelsrichtern). Zudem amtet der Handelsgerichtspräsident auch als Einzelrichter.»

Parallel zu seiner Richteraktivität hatte Gallus Erne im Finanz- und Bankbereich einige herausfordernde Projekte angetreten, «die mir die wirtschaftliche Realität und die Notwendigkeit permanenter Anpassungen nahe­gebracht haben.»

1995 verliess er für fünf Jahre die Bankenwelt, um während dieser Zeit hauptberuflich als Zentralsekretär in St. Gallen die Dachorganisation des schweizerischen Blindenwesens zu leiten. «Das war eine prägende Nonprofit-Führungserfahrung», sagt er im Gespräch mit dem W&O.

Aufgewachsen ist der 1945 geborene Gallus Erne in Muolen, wo er die Primarschule besuchte und danach die Sekundarschule im Kloster St. Gallen absolvierte. «Schon früh impfte mir mein ­Vater die Milizidee ein. Nebst der hauptberuflichen Dorfbank­leitung hatte er diverse Nebenämter wie Gemeindeammann, Aufsicht der landwirtschaftlichen Genossenschaft, Parteifunktionen und mehr inne.» Nach der Banklehre finanzierte Gallus Erne die Maturität auf dem zweiten Bildungsweg und das Hochschulstudium an der HSG selber. Diese Werkstudien waren bezüglich Praxisorientierung ein namhafter Vorteil für die späteren Leitungsfunktionen in der Bank und auch für die Richtertätigkeit.

Unmittelbar nach der Pensionierung 2008 wurde Gallus Erne in die schweizweit tätige Organi­sation Adlatus aufgenommen. In diesem Netzwerk von erfahrenen Führungskräften und Spezialisten konnte er vor allem Familien-KMU in Sondersituationen unterstützen, vorzugsweise in den ­Bereichen Neuorientierung und Nachfolge.

Freitagsstamm und ein offenes Fenster zur Welt

Nun sind aber Begriffe wie Effizienz, Fachkompetenz oder Wirtschaftlichkeit zweitrangig ge­worden. Denn jetzt findet er erfüllende Aufgaben innerhalb der Familie «als hoffentlich noch motivierender Partner, Vater sowie Grossvater von quirligen Enkelinnen.» Wichtig ist für Gallus Erne auch eine weiterhin aktive Pflege des sozialen Netzwerks und das stets «offene Fenster zur Welt.» Anstatt der früheren intensiv betriebenen Hobbys Bergsport, Skifahren und Segeln hat jetzt der animierte Familienkreis – und seit einigen Jahren auch noch der Freitagsstamm – den Vorrang.

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