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BUCHS: Vom Ingenieur zum Künstler

Josef Slembrouck gab kürzlich den Bewohnerinnen und Bewohnern im Haus Wieden mit einem Vortrag einen interessanten Einblick in seinen Lebenslauf.
Josef Slembrouck referierte im Haus Wieden. (Bild: PD)

Josef Slembrouck referierte im Haus Wieden. (Bild: PD)

Vor kurzem durften die Bewohner und Bewohnerinnen sowie eine stattliche Zahl Gäste im Haus Wieden einen besonderen Leckerbissen erleben. Heim­bewohner Josef Slembrouck erzählte und zeigte Werke von ­seinem Leben und Wirken als ­Ingenieur und Künstler.

Er ist in Belgien aufgewachsen und hat dort die Matura gemacht, danach die HTL-Ausbildung besucht. Die Nachkriegszeit und die Dienstpflicht in der Armee haben ihn nach Deutschland geführt, wo er seine Frau kennen lernte. Der Weg führte sie als Familie später in die Schweiz nach Buchs, wo er im Metallwerk Buchs arbeitete. Seine Arbeit dort war von Nachhaltigkeit geprägt, sind doch die grünen Kunststoffsilos, die bis heute auf den Bauern­höfen mit dem Signet MWB zu sehen sind, auf seinem Reisbrett entstanden. Neben seinem Beruf und seiner Familie widmete er viel Zeit der Kunst, die sich im Malen von Bildern, aber auch in der Kalligrafie auswirkte. In eindrücklicher Art erzählte er, wie er, nach zwanzig Jahren Kunststoff, die Silbe «-stoff» aus seinem Leben strich und die Kunst blieb übrig – sein Hobby. Anstoss dazu gab ihm seine Frau. Er konnte dann Informationstafeln von Gemeinden und Städte gestalten, die alle anspruchsvoll und attraktiv von Hand geschrieben und gemalt wurden. Die ­gotische Schrift hatte er sich ­bereits 1944 angeeignet und die Malerei entwickelte sich, ohne Ausbildung, mit der Zeit auto­didaktisch nach dem Prinzip ­«learning by doing». Sein Leben und Alltag änderte sich noch einmal gewaltig, als seine Frau einen Schlaganfall erlitt und dabei ihre Sprache verlor. Mit viel Liebe und Fürsorge pflegte er sie und ermutigte sie, sich der ­Malerei von Blumen anzunehmen. So kam es zu gemeinsamen Bilderausstellungen des Ehepaars Slembrouck, wo beide ihr Gestalten und Wirken mit den Farben einer breiten Bevölkerung zugänglich machten. Josef Slembrouck liess seine Zuhörer an den Blüten seines Lebensbaumes ­teilhaben, der auch knorrige Äste hatte. Trotzdem gab er ihm immer wieder Gelegenheit, neu zu blühen.

Wenn ihm Kinder bei seiner Arbeit zuschauten und sagten, dass sie das nicht können, antwortete er: Am Anfang ­konnte ich das auch nicht, aber wenn du Lust hast, fange einfach an. Er selber hat immer noch Lust, denn sein neustes Werk ist nur gerade ein paar Wochen alt. (pd)

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